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Neue Umfrage zeigtEin Viertel der Schweizerinnen und Schweizer sehen 5G kritisch

Vorbehalte gegenüber dem neuen Mobilfunkstandard sind verbreitet – doch es zeigt sich: Eine Mehrheit sieht in der neuen Technologie mehr Vorteile als Nachteile.

Der Ausbau von 5G ist begleitet von Kritik. Doch eine Mehrheit der Schweizerinnen und Schweizer sehen in der Technologie mehr Vorteile als Nachteile, wie eine neue Studie zeigt.
Der Ausbau von 5G ist begleitet von Kritik. Doch eine Mehrheit der Schweizerinnen und Schweizer sehen in der Technologie mehr Vorteile als Nachteile, wie eine neue Studie zeigt.
Foto: Keystone

Den Nutzen von 5G in den Vordergrund stellen, die Diskussion rund um das Thema versachlichen. Das hat sich eine neue Lobbyorganisation auf die Fahne geschrieben. Erst im Juli wurde der Versuch gestartet, den 5G-Gegnern entgegenzutreten. Nun präsentierte die Organisation eine repräsentative Studie, die die Einstellung zu 5G von Schweizerinnen und Schweizern aufzeigt. Die Resultate zeigen: Noch ist viel Skepsis da.

Eine Mehrheit, so die Studie, sehe in 5G mehr Vorteile als Nachteile. Das klingt nun erst mal nach einem Erfolg für die Befürworter des neuen Mobilfunkstandards. Doch für rund ein Viertel der befragten Schweizerinnen und Schweizer überwiegen die Nachteile. Die Studie wurde vom Meinungsforschungsinstitut GFS durchgeführt.

Für die Organisation Chance5G ist klar, warum dies so ist: «Auch wenn die Mehrheit für 5G ist, so stehen doch mehr Menschen 5G kritisch gegenüber als dem Mobilfunk im Allgemeinen», sagt GLP-Nationalrätin Isabelle Chevalley. Das bestätige, dass «es einer lauten Minderheit von 5G-Gegnerinnen und -Gegnern gelungen ist», die Bevölkerung zu verunsichern.

Telecombranche zahlt

Genau dies war der ursprüngliche Grund, warum sich Chance5G zusammenfand. Den – zum Teil absurden Theorien rund um 5G, aber auch den nicht einfach so von der Hand zu weisenden Kritikpunkten – etwas entgegenzustellen. Chance5G war zum Start bereits breit abgestützt, hatte aber auch eine gewisse Hauruck-Mentalität: Das Co-Präsidium war bei der Lancierung noch nicht besetzt. Das ist nun anders: Dort sitzen mit Nationalrätin Isabelle Chevalley, Nationalrat Martin Candinas und Ständerat Hans Wicki, Vertreter von drei Parteien GLP, CVP und FDP. Die Organisation macht keinen Hehl daraus, wer bezahlt. Es ist dies die Asut, der Dachverband der Telekommunikationsbranche. Dort sind Swisscom, Sunrise, Ericsson, Huawei vereint.

Lange hat es die Branche verpasst, der Kritik argumentativ zu begegnen. Dabei sind Vorbehalte gegenüber der Mobilfunktechnologie nichts Neues. Stets gab es Kritik gegenüber dem Ausbau von neuen Technologien. Mit der definitiven Einführung und dem täglichen Umgang wurde diese jeweils weniger.

«Der Chancen- und Nutzenaspekt von 5G ist in der öffentlichen Diskussion untervertreten.»

Martin Candinas, Nationalrat CVP und Co-Präsident Chance5G

Das zeigt sich auch im langjährigen Vergleich, denn Studien zur Einstellung gegenüber Mobilfunk führt das GFS seit 2003 durch: Der Nutzen von Mobilfunk wird heute höher gewertet als zum Start: Damals waren es noch 76 Prozent, die vornehmlich einen Nutzen sahen, heute sind es 86 Prozent.

Bei der Einführung von 5G ist nun aber etwas auffällig: Die Kritik ist hartnäckiger und wird grossflächig wahrgenommen. Das zeigt sich in der Studie. So sind zum Beispiel 78 Prozent der Befragten mit der Aussage einverstanden, dass die gesundheitlichen Risiken von 5G noch nicht genügend erforscht sind. «Der Chancen- und Nutzenaspekt von 5G ist in der öffentlichen Diskussion untervertreten», sagt Martin Candinas. Es brauche Aufklärung und Überzeugungsarbeit, dass 5G kein Risiko darstelle, so Candinas weiter.

Rascher Ausbau als Ziel

Worauf die Organisation nun hofft, ist der Alltagsnutzen. Dieser fehlt bisher fast gänzlich. Denn: Das Dilemma zwischen direktem Nutzen im Unterschied zu gesundheitlichen Risiken, die man vom Hören-Sagen her kennt – nur ein kleiner Teil der Befragten sagen von sich, dass sie diese selber wahrnehmen – sei ein altes Thema rund um Mobilfunk. «Es wird für die weitere Entwicklung der Einstellungen eine zentrale Rolle spielen, wie rasch konkrete Anwendungen im Alltag spürbar werden», ist deshalb ein Fazit der Studie.

Damit dieser Nutzen schneller vorliegt, lanciert Chance5G eine Petition, die vom Bundesrat fordert, dass 5G in der ganzen Schweiz «zum Wohle aller rasch und in hoher Qualität», verfügbar gemacht werde, so die Organisation. Sie sieht sich durch die Studie gestützt. «Ein Grossteil der Schweizer Bevölkerung befürwortet 5G und fühlt sich gut geschützt», lässt sich Co-Präsident Hans Wicki zitieren. Politik und Behörden dürften sich darum von den 5G-Gegnern nicht verunsichern lassen, so Wicki weiter.

54 Kommentare
    Franziska Strässle

    Ich kann nur sagen, dass ich dazu lange überhaupt keine Meinung hatte. ABER... Seit etwas mehr als einem Jahr schlafen wir sehr schlecht. Alle 3 Kinder sind unruhig, zünden x-mal das Licht an (heisst, sie erwachen häufig) und Aussagen wie „ich fühle mich einfach nicht ausgeruht“ von einem Kind sind doch sehr eigenartig. Bei mir gäbe es noch andere Gründe für meine nächtliche Unruhe. Bei den Kindern- und dies grad bei allen dreien- ist’s doch verwunderlich! Wir wohnen in unmittelbarer Nähe einer 5G. Dies habe ich aber erst vor kurzem herausgefunden, da diese Antenne keine Baubewilligung brauchte (diese „Bagatelländerung“)... Ich gehe der Sache jedenfalls nach und bin erfahrungshalber nun sehr skeptisch...