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Stadtpark in HolligenEin Teich, ein Spielplatz und eine Allmend

Neben der neuen Überbauung im Holligen-Quartier soll ein Stadtpark entstehen. Gerade in Zeiten von Klimawandel und Corona seien solche Parks wichtig, sagt Christoph Schärer von Stadtgrün.

Hier sollen ab 2022 ein kleiner See, ein Spielplatz und eine Allmend entstehen. Zurzeit wird die Fläche zwischengenutzt.
Hier sollen ab 2022 ein kleiner See, ein Spielplatz und eine Allmend entstehen. Zurzeit wird die Fläche zwischengenutzt.
Foto: Franziska Rothenbühler

Im Holligen-Quartier soll es grüner werden. Ab 2022 soll auf dem Areal der ehemaligen Familiengärten an der Mutachstrasse ein Park für das Quartier entstehen. Geplant sind eine Allmend, ein Spielsee «zum Planschen» sowie ein Spielplatz. Das Wasserbecken soll zudem mit einer breiten Sitztreppe ergänzt werden. Auch der alte Quartierspielplatz solle Teil des Parks sein, heisst es in der Mitteilung der Stadtregierung von Donnerstag.

So soll es in Zukunft aussehen: Die Visualisierung wurde im Rahmen des Wettbewerbs 2017 angefertigt, welcher das Siegerprojekt für die Gesamtüberbauung kürte. Das Rennen machte das Projekt «Huebergass». Auf dieser Grundlage wurde das Projekt für die Parkanlage Holligen-Nord ausgearbeitet.
So soll es in Zukunft aussehen: Die Visualisierung wurde im Rahmen des Wettbewerbs 2017 angefertigt, welcher das Siegerprojekt für die Gesamtüberbauung kürte. Das Rennen machte das Projekt «Huebergass». Auf dieser Grundlage wurde das Projekt für die Parkanlage Holligen-Nord ausgearbeitet.
Foto: zvg

In der Parkmitte auf Höhe der jetzigen Mutachstrasse sollen Aktivitäten «aus dem Quartier und für das Quartier» stattfinden können, wie es im Vortrag des Gemeinderats zuhanden des Stadtparlaments heisst. Die Rede ist von einem Schachspiel oder von Festen und Märkten. Der Teil der Mutachstrasse zwischen Schloss- und Lorystrasse wird somit in den neuen Stadtpark integriert, was die Aufhebung von insgesamt 9 Parkplätzen zur Folge hat. Das zukünftig zur Parkanlage gehörende Teilstück der Mutachstrasse wird auf «Wunsch des Gewerbes» aber auch weiterhin für grosse Anlieferungen nutzbar bleiben», schreibt der Gemeinderat weiter.

Es darf «wild» sein

Für die Planung des neuen Parks zuständig ist Stadtgrün Bern. Die Idee hinter der Anlage: «Der Park soll den Bedürfnissen möglichst aller Bewohnerinnen und Bewohner im Quartier gerecht werden», erklärt Christoph Schärer, Leiter von Stadtgrün. Auch aus diesem Grund läuft auf dem Areal bereits seit 2019 eine Zwischennutzung namens «Vorpark». «Wir haben in den letzten zwei Jahren viele Erfahrungen im Quartier gesammelt», sagt Markus Flück, Co-Präsident des Vereins Vorpark, der die Zwischennutzung koordiniert. «Unsere Erfahrungen haben gezeigt, dass ein Park nicht immer tipptopp sein muss, um zu funktionieren.» Es dürfe auch mal ein bisschen wilder sein. So hätten Kinder den Park bereits rege genutzt – und etwa kleine Häuser bemalt und an einem Baustellenspielplatz gebaut.

Eigentlich sollten auch während der Nutzung des neuen Parks immer wieder Erfahrungen aus der Zwischennutzung einfliessen und realisiert werden. Doch ob dies zustande kommt, ist fraglich. Denn: Die Stadt muss sparen. So wird das Projekt Holligen nun in einer abgespeckten Version verwirklicht, für welche 3,5 Millionen zur Verfügung stehen. Auf den einst geplanten Hartplatz für sportliche Aktivitäten wird nun etwa verzichtet. Im Frühjahr 2021 wird der Stadtrat über den Kredit entscheiden.

Das Stadtberner Stimmvolk hat den Plänen im Grundsatz bereits seinen Segen erteilt. 2011 stimmte es der Überbauungsordnung zu, die die Schaffung eines Stadtparks vorsah.

130 Parkanlagen

Dass mit neuen Überbauungen Grünflächen mitgeplant werden, ist laut Christoph Schärer in der Stadt Bern nicht neu. Verändert hat sich hingegen die Bedeutung solcher Flächen: «Der Klimawandel und Corona haben gezeigt, wie systemrelevant solche Parkanlagen sind», sagt Schärer. Neben Holligen wird beispielsweise auch bei der neuen Wohnüberbauung im Viererfeld eine grosse Anlage mitgeplant. Insgesamt verfügt die Stadt Bern bereits jetzt über 130 Parkanlagen und Plätze mit einer massgebenden Grünfläche, damit liege die Stadt schweizweit «im Durchschnitt». Durch den sehr grünen Aareraum sei Bern aber dennoch grüner als viele andere Städte, so Schärer.

6 Kommentare
    Rolf Helbling

    Mit einem Kiosk/Café (Grössenordnung etwa wie der im Lorrainebad) beim Teich könnte man noch Mieteinnahmen generieren, und gleichzeitig den Park beleben.