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Kommentar: USA unter BidenEin Präsident, der sich wie ein Präsident benimmt

Unter Joe Biden wird sich nach vier Trump-Jahren fast alles ändern. Oder auch nichts. Denn die USA sind ein zerrissenes Land. Vielleicht nehmen Hass und Verachtung sogar noch zu.

Joe Biden nach seiner Rede in Wilmington im US-Bundesstaat Delaware.
Joe Biden nach seiner Rede in Wilmington im US-Bundesstaat Delaware.
Foto: Robert Deutsch (Keystone)

Am 20. Januar 2021 wird Joe Biden auf den Stufen des Kapitols als neuer Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt werden. Dann endet eine schlechte Ära, und eine bessere beginnt. Donald Trump wird aus Washington verschwinden – ein gescheiterter, geschlagener Präsident, der sich nicht nur einem Impeachment stellen musste, sondern zudem nach einer Amtszeit abgewählt wurde. Angeklagt vom Abgeordnetenhaus und rausgeworfen von den Wählern – diese doppelte Schande hat sich noch kein amerikanischer Präsident erarbeitet. Aber Donald Trump ist ja gerne der Erste.

Was ändert sich, wenn Joe Biden ins Weisse Haus einzieht? Einerseits: fast alles. Amerika wird wieder einen Präsidenten haben, der kein pathologischer Lügner ist. Amerika wird wieder einen Präsidenten haben, der die Wahrheit hören will, der die Wahrheit sagt, der die Wahrheit achtet und seine Politik auf die Wahrheit gründet, nicht darauf, was er gerade bei Twitter missverstanden oder bei Fox News aufgeschnappt hat.

Amerika wird auch wieder einen Präsidenten haben, der an die Ideale und Werte glaubt, die dieses Land gross gemacht haben. Amerika wird einen Präsidenten haben, der alle Menschen im Land als Bürger der Vereinigten Staaten respektiert, egal ob sie für oder gegen ihn gestimmt und welche Hautfarbe haben. Amerika wird einen Präsidenten haben, dessen Regierungsmethode nicht darin besteht, ständig die eine Hälfte seines Volks gegen die andere Hälfte aufzuhetzen, bis sich die Amerikaner gegenseitig an die Gurgel gehen. Amerika wird einen Präsidenten haben, für den politische Gegner keine Feinde, mörderische Diktatoren keine guten Kumpels und die Verbündeten in aller Welt kein Schmarotzer sind, die die USA nur über den Tisch ziehen.

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