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«Ein Fehler zu viel»

Die Schweiz verabschiedet sich erhobenen Hauptes von der WM-Bühne, aber auch mit bitterer Enttäuschung. Die Reaktionen auf das 0:1 nach Verlängerung gegen Argentinien.

Abschied: Mit dieser Niederlage gegen Argentinien geht die Ära Hitzfeld in der Schweizer Nationalmannschaft zu Ende.
Abschied: Mit dieser Niederlage gegen Argentinien geht die Ära Hitzfeld in der Schweizer Nationalmannschaft zu Ende.
Keystone
Niederschmetternd: Diego Benaglio, Johan Djourou, Valon Behrami und ihre Teamkollegen müssen in der 118. Minute ein Tor hinnehmen.
Niederschmetternd: Diego Benaglio, Johan Djourou, Valon Behrami und ihre Teamkollegen müssen in der 118. Minute ein Tor hinnehmen.
Reuters
Ernstes Wörtchen: Schiedsrichter Jonas Eriksson nimmt sich Messi und Valon Behrami nach einem zu harten Zweikampf zur Brust.
Ernstes Wörtchen: Schiedsrichter Jonas Eriksson nimmt sich Messi und Valon Behrami nach einem zu harten Zweikampf zur Brust.
Reuters
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«Ich könnte losheulen!» – das Resümee von SRF-Kommentator Sascha Ruefer traf für einmal ins Schwarze. Bitterer als die Schweiz gegen Argentinien kann man aus einer WM wohl nicht ausscheiden. Der erste Trostversuch kam aus Deutschland: «Glückwunsch Argentinien. Schweiz: Kopf hoch, stark gekämpft», twitterte die ARD. Natürlich konnte dies die Enttäuschung nicht mindern.

«Das ist bitter. Ich muss aber der Mannschaft ein Kompliment machen. Sie hat einen hervorragend Match gezeigt. Leider war es ein Fehler zu viel», sagte Stephan Lichtsteiner, der sich kurz vor dem Ende der Verlängerung den fatalen Ballverlust geleistet hatte. Lichtsteiner beschrieb später seine Gedanken, als er mit leerem Blick den Kopf ins Tornetz hielt: «Ich habe an den Ballverlust an der Mittellinie gedacht. So etwas sollte in der 118. Minute nicht mehr passieren.»

«Enttäuscht, aber auch stolz»

Trotzdem sah Lichtsteiner das Positive: «Wir sind enttäuscht, aber auch stolz. Wir hatten einen Pfostentreffer und noch eine Freistosschance, wir haben gegen eine der besten Mannschaften der Welt sehr gut mitgespielt.» «Wir sind sehr enttäuscht, wie das ganze Land wohl. Die Mannschaft ist aber so jung. Sie hat riesiges Potenzial und eine grosse Zukunft. Die Spieler können diese Erfahrung nutzen, um stärker zurückzukehren», gab Gelson Fernandes zu Protokoll.

«In der Verlängerung haben wir mit Glück gewonnen. Die erste Halbzeit war ausgeglichen, danach war es unser Spiel», gab Argentiniens Trainer Alejandro Sabella zu Protokoll. Der frühere Schweizer Nationalcoach Gilbert Gress, der als SRF-Experte im Studio sass, wollte diese Einschätzung nicht gelten lassen: «Ich glaube, der hat ein anderes Spiel gesehen.» Objektiver als Sabella war die argentinische Zeitung «Clarin»: «Argentinien qualifiziert sich mit Seele und viel Leiden für die Viertelfinals», titelte sie.

Hitzfeld zieht den Hut vor seiner Mannschaft

Der Schweizer Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld, der zum letzten Mal an der Seitenlinie stand, sprach von einem «unglaublich spannenden Spiel». «Ich gratuliere meinem Team zu einer grossartigen Leistung. Es war beeindruckend, mit welcher Leidenschaft meine Spieler die Partie geführt haben», so der Stratege der SFV-Equipe. «Wir waren überzeugt, dass es in der Verlängerung für uns laufen könnte. Zum Schluss liessen die Kräfte nach, einige Spieler hatten Wadenkrämpfe. Wir haben aber eine tolle Reaktion auf das 0:1 gezeigt. Benaglio machte noch den Fallrückzieher und Dzemaili traf den Pfosten. Es war sehr viel Pech dabei, wir haben alles gegeben.»

«Hand auflegen und Trost spenden»

Wer in der 118. Minute gewinne, habe natürlich auch das Glück auf seiner Seite gehabt, befand Hitzfeld. Argentinien sei aber über zwei Stunden betrachtet die bessere Mannschaft gewesen. Immerhin, so der frühere Bayern-Coach, habe er Erfahrung darin, Spieler nach Niederlagen dieser Grössenordnung wieder aufzurichten. «Man muss zu ihnen gehen, Hand auflegen und Trost spenden. Das kenne ich aus dem verlorenen Champions-League-Final gegen Manchester United.»

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