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Schlachthaus-Theater Bern Ehemänner in der Midlife-Crisis

Drei Freunde trinken auf ihren verstorbenen Gefährten: «Ehemänner», geschrieben und inszeniert vom Komiker Johannes Dullin, ist ein wunderbar wahnwitziger Theaterabend.

Die Stimmung kippt gleich wieder: Herwig Ursin, Thomas «Hoschi» Hostettler und Nils Torpus (von links nach rechts) im Stück «Ehemänner».
Die Stimmung kippt gleich wieder: Herwig Ursin, Thomas «Hoschi» Hostettler und Nils Torpus (von links nach rechts) im Stück «Ehemänner».
Foto: Florian Spring

Tobias hat eine denkbar hirnverbrannte Idee. Weil er «dem Schmerz auf den Grund gehen will», wünscht er sich von seinen Freunden Georg und David, dass sie ihm das Bein absägen. Die Trennlinie oberhalb des Knies hat er fein säuberlich mit schwarzem Filzstift markiert und gibt nun auf der Bühne des Schlachthaus-Theaters verstörend detaillierte Anweisungen, welche Säge sich fürs Fleisch und welche für den Knochen eignet und wie genau der Spanngurt zum Einsatz kommen soll.

Wer sich derart spüren will, muss an einer Midlife-Crisis der extremen Art leiden. Passen würde es theoretisch. Denn der Abend «Ehemänner» entspringt dem gemeinsamen Bühnenjubiläum der Schauspieler Nils Torpus, Herwig Ursin und Thomas «Hoschi» Hostettler. Vor über 25 Jahren hat das Ü-50-Trio zusammen die Schauspielschule in Bern besucht und ist genauso lange befreundet. Aus diesem Anlass hat ihnen der Regisseur und Komiker Johannes Dullin ein Stück geschrieben: «Ehemänner» basiert auf dem Film «Husbands» (1970) von John Cassavetes – ein unerträglich langatmiges Comedy-Drama, in dem drei verheiratete Männer nach dem Tod eines engen Freundes eine heftige Lebensmittekrise erfahren.

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