So sähe Dropbox Sie gern arbeiten

«Paper» nennt sich das neue Notizwerkzeug von Dropbox. Kann es mit Google Docs oder Evernote mithalten?

Paper ist ein digitales Notizwerkzeug für Teams.

Paper ist ein digitales Notizwerkzeug für Teams.

(Bild: Dropbox (pd))

Wenige Jahre nach dem Start der ersten Online-Notizbücher quillt heute der Markt über von einer Vielzahl von Apps, die Zusammenarbeit im Netz versprechen: Google Docs, Evernote, Onenote. Mit Paper mischt sich auch Dropbox unter die Wettbewerber. Dropbox ist mit rund 400 Millionen Nutzern weltweit einer der bekanntesten Anbieter für Onlinespeicher. Allerdings bezahlt nur ein Bruchteil («über 100'000», laut dem Unternehmen) für das Produkt, der Rest sind Nutzer der kostenlosen Version. Gleichzeitig wächst die Konkurrenz durch andere Speicheranbieter. Dropbox hat schon in der Vergangenheit versucht, sein Angebot durch weitere Standbeine zu ergänzen: die E-Mail-App Mailbox oder die Foto-App Carousel.

Nun kommt also Paper, ein webbasierter Notizdienst, als nächster Anlauf für Dropbox. Im Zentrum stehen «Docs», die der Nutzer anlegen und mit Ordnern organisieren kann. Anders als bei Evernote oder Google Docs erinnern die Dokumente vom Stil her nicht an eine Word-Oberfläche. Paper setzt auf schlankes Design und Minimalismus, es gibt keine Menüleisten und detaillierte Formatierungsoptionen sucht man vergebens. Der Name «Paper» ist Programm: Wie ein unbeschriebenes Blatt Papier wirkt die App nach dem Öffnen.

Schlankheit ist Trumpf

Was es gibt, sind Listen, To-dos zum Abhaken, ausserdem kann man Überschriften setzen, Text fetten oder durchstreichen. Neben Text kann der Nutzer Bilder, Tabellen oder Dateien einfügen. Ebenso funktionieren Netz-Embedcodes, mit denen man beispielsweise ein Youtube-Video einfügen kann. Paper will offenbar keine Textverarbeitung sein, sondern tritt mit Einfachheit gegen die Funktionsvielfalt der Konkurrenz an. Zentral ist die Kollaboration: Mehrere Nutzer können gleichzeitig an Paper-Dokumenten arbeiten. Teilnehmer können teilen, kommentieren oder andere Nutzer erwähnen – mit einem «@» gefolgt vom jeweiligen Namen. Der Nutzer erhält daraufhin eine Benachrichtigung.

Die Einfachheit der Webapp erinnert an den Webdienst Simplenote. Nutzer finden in Paper eine schlanke, funktionale Notizapp, die aus wenig viel macht. Wer andere, vielseitigere Apps wie Onenote oder Evernote kaum ausreizt, findet hier eine valable Alternative. Allerdings vermisst man fast unvermeidlich einige zentrale Funktionen. So liefert Paper keine Option, Dokumente zu exportieren, auch nicht in die eigene Dropbox. Eigene Apps für Android und iOS fehlen bislang ebenfalls. Wer auf diese angewiesen ist, muss bei der Konkurrenz bleiben.

Dropbox Paper ist zurzeit in der Betaphase. Das Erstellen eines Kontos ist mit einer Warteliste verbunden, anmelden kann man sich unter https://www.dropbox.com/paper.

jro

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