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Shitstorm ist ein Begriff der beleidigten Eliten

Andreas Freimüller wurde wegen eines Shitstorms, den er auf Facebook anzettelte, berühmt. Nun erklärt er, wie man als Netzaktivist Konzernen ans Schienbein tritt.

Empörungswelle im Netz: Ausschnitt aus dem Werbespot des «Guardian», «Three Little Pigs». Bild: Google
Empörungswelle im Netz: Ausschnitt aus dem Werbespot des «Guardian», «Three Little Pigs». Bild: Google

Als Mammutjäger bin ich vor einem Jahr durch Redaktion Tamedia zu medialen Ehren gekommen. Was damals geschah, habe ich in einem Blogbeitrag beschrieben. Schon davor und auch nachher ist eifrig über Shitstorms diskutiert und publiziert worden.

Die Debatte über Shitstorms ist aber eine Scheindebatte, die vor allem hilfreich ist, um Unternehmen, die Dreck am Stecken haben oder sich aus anderen Gründen, zum Beispiel auch aus Unkenntnis, vor neuen Medien ängstigen, Leistungen zur Absicherung zu verkaufen. Worum es eigentlich geht hinter dem Schlagwort «Shitstorm», ist die Demokratisierung von Kampagnenfähigkeit. Früher war es den Reichen und Mächtigen vorbehalten, Einfluss zu nehmen. Sie hatten das Geld, die Macht, die Abhängigkeiten, um die Dinge so zu beeinflussen, wie es ihnen recht war. Etwas später und auch etwas besser (weil demokratischer) legitimiert, haben Verbände und NGOs genug Mittel, Unterstützung und Know-how akkumuliert, um ihrerseits effektiver Einfluss zu nehmen. Der technologische Fortschritt und der damit einhergehende Preiszerfall für Hardware und Internetanschlüsse haben es für jeden, der weiss, wie es geht, möglich gemacht, viele Menschen zu erreichen und sie für ein Anliegen zu mobilisieren.

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