Der #MH17-Absturz in den sozialen Medien

Unter dem Hashtag #MH17 gehört der Absturz der malaysischen Maschine in der Ukraine zu den aktuell meistdiskutierten Themen auf Twitter.

Dass es sich um einen Abschuss handelt, ist die vorherrschende These auf den sozialen Medien. Nicht nur Aviatikkenner fragen sich in diesem Zusammenhang, ob es heutzugtage möglich ist, dass ein ziviles Flugzeug versehentlich abgeschossen wird.

Gleichzeitig schiessen auch Verschwörungstheorien ins Kraut. Viele Twitterer überrascht offenbar die schnelle Bestätigung der Abschusstheorie durch die US-Regierung.

Im Zentrum der Diskussion stehen die Spekulationen um einen möglichen Abschuss durch pro-russische Kräfte. Massiv geteilt wird derzeit ein Youtube-Video aus unbekannter Quelle, dass angeblich einen Funk-Mitschnitt separatistischer Milizen ist. Seine Echtheit ist aber komplett unbestätigt.

Diese Theorie wird offenbar auch von Teilen der russischen Bevölkerung geteilt. Vor der niederländischen Botschaft in Mokau legten Anwohner Blumen nieder und entzündeten Kerzen, versehen mit der Notiz «vergebt uns». Ein grosser Teil der Insassen von MH17 waren Niederländer.

Als weiteres Indiz für die Abschusstheorie gilt auf Twitter stellenweise, das der Propaganda-Account @dnrpress der selbsternannten «Republik Donezk» einen Tweet über ein erbeutetes Flugabwehrabwehr-System vom Typ «Buk» inzwischen gelöscht hat.

Gemäss dem Tweet eines australischen Journalisten hat eine Familie aus Brisbane in beiden Malaysia-Airlines-Abstürzen Angehörige verloren.

Zahlreiche Tweets lassen inzwischen die individuellen Tragödien der Absturzopfer und ihrer Familien erahnen. Freunde und Kollegen beklagen den Tod von HIV-Forscher Joep Lange, der sich zusammen mit vielen anderen Passagieren auf dem Weg zu einer Aids-Konferenz befand.

Im Zusammenhang mit dem Verschwinden einer malaysischen Passagiermaschine über dem pazifischen Ozean war der Hashtag #prayforMH370 geprägt worden. Mittlerweile wollen angesichts der neuen Tragödie Twitternutzer unter #prayforMH17 ihre Anteilnahme zeigen.

Hashtags können auch gekapert werden für andere Interessen. Im Propagandakrieg im nahen Osten etwa, wie viele Tweets inzwischen zeigen:

In Anspielung auf das Verschwinden des anderen malaysischen Passagierjets postete ein Facebook-Nutzer gestern vor dem Abflug ein Bild der später abgeschossenen Maschine auf Facebook: «Falls es verschwinden sollte - so sieht es aus».

Eine Karte zeigt, wie sich der ukrainische Luftraum bereits kurz nach dem Crash komplett von Flugzeugen leerte.

Gemäss dem schwedischen Dienst Flightradar24 haben zuletzt verschiedene Airlines entgegen ihren Aussagen den ukrainischen Luftraum durchquert.

Wichtige russische Aktientitel befinden sich derweil im Sturzflug:

Auch NATO-Generalsekretär Rasmussen äusserte sich inzwischen in einer Stellungnahme:

Dass es sich um einen terroristischen Akt prorussischer Kräfte handelt, sieht der der ukrainische Präsidenten Poroschenko als erwiesen, wie er seinen Sprecher mitteilen liess:

jro

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