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Vom Mini-PC bis zum elektronischen Strampelanzug

An der Elektronikmesse in Las Vegas verraten Tüftler, wie sie sich die Gadget-Zukunft vorstellen. Abseits der Hauptbühnen finden sich auch einige kuriose Ideen.

Futuristisch sieht dieser Spiele-Bolide aus: Project Christie von Razer ist ein modularer Computer, der sich ohne Schrauben und Kabelwirrwarr zusammen- und umbauen lassen soll.
Futuristisch sieht dieser Spiele-Bolide aus: Project Christie von Razer ist ein modularer Computer, der sich ohne Schrauben und Kabelwirrwarr zusammen- und umbauen lassen soll.
Konzeptentwurf razerzone.com
Mimo heisst der Strampelanzug, den ein US-Unternehmen mit Sensoren zum Tele-Babysitting bestückt hat.
Mimo heisst der Strampelanzug, den ein US-Unternehmen mit Sensoren zum Tele-Babysitting bestückt hat.
mimobaby.com
Auch Kleidung ist vor futuristischen Ideen nicht gefeit: Die Designerin Angela Dale gestaltet Mode mit eingebauter LED-Beleuchtung.
Auch Kleidung ist vor futuristischen Ideen nicht gefeit: Die Designerin Angela Dale gestaltet Mode mit eingebauter LED-Beleuchtung.
Britta Pedersen, Keystone
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Sie ist das Schaulaufen für die Branchengrössen der Unterhaltungselektronik: Die Consumer Electronics Show in Las Vegas. Jährlich wird hier eine Flut von Neuerungen vorgestellt, dieses Mal rund 20'000 Produkte. Während Unternehmen wie Sony, LG oder Samsung hier im Blitzlichtgewitter künftige Flaggschiffe vorstellen, tut sich aber auch einiges neben den Hauptbühnen. Hier treibt der Erfindergeist seltsame Blüten. Denn solche Messen sind traditionell ein Testgelände für die Hersteller, die nicht nur marktreife Geräte, sondern auch kühne Konzeptstudien zeigen – Ideen für Produkte der Zukunft.

Zu diesen frischen Ideen gehört ein modularer Computer des Spielehardware-Herstellers Razer. «Project Christine» macht vor, wie künftig Profirechner aussehen könnten, nämlich wie ein Baukastensystem. Statt einem Gehäuse, in dem die unterschiedlichen Einzelteile wie Prozessor oder Festplatte fix verbaut werden, schlagen die Razer-Tüftler ein Stecksystem vor, das mit lauter gleich geformten Komponenten wie ein Regal daherkommt. Das Design verzichtet auf Kabel oder Schrauben. Wer aufrüsten möchte, steckt schlicht eine zusätzliche Recheneinheit ein oder tauscht eine alte aus. Interessant dürfte das System besonders für Spiele-Enthusiasten sein, die ihre Rechner auf dem neusten Leistungsstand halten wollen.

Nörgelnde Gedächtnisstützen

Der französische Designer Rafi Haladjian präsentierte mit Mother seine Vision einer elektronischen Haushilfe. Diese Plastikpuppe soll ihren Besitzer an alltägliche Aufgaben erinnern. Dafür bringt das Gadget eine Reihe von Funksensoren mit, die sich im Haushalt verteilen lassen. Messen können sie Temperatur und Bewegungsmuster, die sie an das Gadget zurückmelden. Der Hersteller verspricht, dass das Sensorpaket vielseitig einsetzbar sein soll. Mit ihnen lässt sich zum Beispiel überwachen, ob ein Fenster offensteht oder wo sich die Hauskatze gerade aufhält. Oder die Basisstation erinnert ihren Besitzer bei Vergessen an zuvor festgelegte Aufgaben wie das Einnehmen von Medikamenten.

Der schrumpfende Computer

Der Trend zu immer kleineren Rechnern sorgt an der CES für einen Wust neuer «Wearables», also tragbarer Computer. Das Feld dominieren die Fitnesstracker, die die Bewegung des Trägers messen und im Sport zum Einsatz kommen. Aus der Reihe tanzte hier Mimo, ein Strampelanzug für Kleinkinder. Der Hersteller hat eine Reihe von Sensoren in dem Baby-Kleidchen untergebracht. Diese übertragen drahtlos an das elterliche Smartphone. Die Eltern können so via eine App den Schlaf ihres Kindes von einem anderen Raum aus überwachen.

Mimo setzt auf einen neu entwickelten Minirechner von Intel mit dem Namen Edison. Dieser Kleinst-PC hat die Grösse einer Kamera-Speicherkarte und bringt WLAN und Bluetooth mit. Intel hat grosse Pläne mit seiner neusten Entwicklung und ortet im Trend zur Miniaturisierung einen neuen Markt, nachdem die Verkaufszahlen klassischer Desktop-Computer im Sinken begriffen sind. Die Mini-PCs sollen künftig als Hirn von intelligenten Geräten im Haushalt fungieren.

Kleine Helfer

An der CES zeigt sich: Das Roboter-Karussell dreht immer schneller. Auch dieses Jahr wurden zahllose frische Modelle präsentiert. Diese sind zumeist als Vorzeigeobjekte für neue Technologien gedacht. Ein Beispiel sind interaktive Spielsysteme wie der Ozobot, der künstliche Intelligenz und physische Spielsachen zusammenbringt. Der Roboter nutzt ein Tablet wie das iPad als flexible Spielunterlage.

Ob rollend, fliegend oder fahrend: Der Ozobot ist Teil eines grösser werdenden Heers robotischer Spielzeuge. Allerdings bleibt die Hauptaufgabe der Roboter wohl über kurz oder lang das Erledigen unliebsamer Aufgaben. Dies auch in zunehmend neuen Feldern. Das wohl skurrilste Beispiel an der CES ist der Grillbot. Das Modell surrt nach dem Barbecue über den Grillrost und ersetzt das Handanlegen mit Bürste.

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