Was der Tech-Herbst bringt

Neue iPhones, neue Galaxys und weitere Neuheiten stehen bereit – selbst faltbare Handys sind nicht mehr ganz unrealistisch.

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Rafael Zeier@RafaelZeier

Die Anfragen wegen Gadget-Kauftipps beginnen sich in meinen Postfächern zu stapeln. Ein untrügliches Zeichen, dass bald der Herbst und damit eine Schwette an Neuheiten auf uns zukommt. Schliesslich will jeder Hersteller fürs lukrative Weihnachtsgeschäft gerüstet sein.

Werfen wir also einen Blick in die Runde. Glücklicherweise ergibt sich schon ein ziemlich gutes Bild, wenn man Analysten, Gerüchteküche und die Hersteller selbst etwas im Auge behält.

Samsung: Der südkoreanische Handy-Marktführer wagt sich als Erster aus der Sommerpause. Bereits am 9. August hält der Konzern eine grosse Produktepräsentation ab. Erwartet wird dort nebst dem Note 9 (ein grosses/teures Handy mit Stift) auch die nächste Smartwatch namens Galaxy Watch. Weitere Möglichkeiten wären neue Tablets (ohne Home-Knöpfe) und ein Lautsprecher für den konzerneigenen Siri-Konkurrenten Bixby. Nicht ausgeschlossen ist auch, dass Samsung endlich das seit Jahren durch die Gerüchteküche geisternde Handy mit falt-/rollbarem Bildschirm zeigt.

Apple:Der iPhone-Konzern hat sich bis jetzt 2018 mit Geräteneuheiten sehr zurückgehalten. Entsprechend gross sind die Erwartungen. Gewöhnlich hält Apple Anfang September eine Präsentation mit allen Neuheiten rund um iPhones ab. Gäbe es ein Tippspiel, ich würde heuer auf den 11. September wetten. Das würde nicht nur zu den Terminen der Vorjahre, sondern auch zu einem möglichen iPhone 11 passen.

Erwartet werden heuer drei iPhones. Das iPhone X bekommt gleich zwei Nachfolger. Einen mit derselben Grösse und ein grösseres Plus-Modell. Dazu hat Apple wohl auch eine erschwinglichere Variante im Angebot. Dieses iPhone soll ebenfalls ohne Home-Knopf und im iPhone-X-Design daherkommen. Allerdings dürfte es in Sachen Funktionen und Technologien merkliche Abstriche machen, um den tieferen Preis zu erreichen.

Nebst den neuen iPhones sind neue Apple-Uhren fast schon gesetzt. Heuer sieht es danach aus, als bekämen die Smartwatches grössere Bildschirme mit weniger Rand. So könnte Apple die Gehäusegrössen identisch halten, und die bereits verkauften Armbänder würden auch zu den neuen Apple Watches passen. Auch wahrscheinlich scheint ein neues iPad Pro. Das soll einen fast randlosen Bildschirm bekommen. Statt des Fingerabdrucksensors im weggelassenen Home-Knopf käme die vom iPhone X bekannte Gesichtserkennung zum Einsatz.

Bleiben noch die Macs. Da hat Apple kürzlich das Macbook Pro mit neusten Chips ausgestattet. Wahrscheinlich ist, dass es noch heuer einen neuen kostengünstigeren Laptop geben wird. Ob es sich dabei um einen Nachfolger für das altgediente Macbook Air oder das höherpreisige Macbook handelt, ist allerdings unklar. Fest steht, dass Apples Laptops im unteren Preissegment nicht mehr auf dem allerneusten Stand der Technik sind. So der Konzern dieses Segment nicht komplett mit dem iPad bedienen möchte, wäre ein neues Gerät in der 1000-Franken-Preisklasse fast Pflicht. Gemunkelt wird übrigens auch, dass der Mac-Mini-Würfel einen Nachfolger bekommen soll. Ein rundum neuer Mac Pro (der teuerste und ganz auf Profis zugeschnittene Mac) ist in Arbeit. Er soll aber erst 2019 auf den Markt kommen. Nicht ausgeschlossen ist, dass Apple einen möglichen Mac-Event im Oktober nutzt, um ihn schon mal ein bisschen zu zeigen.

Schliesslich sind da noch der HomePod und AirPower. Der Siri-Lautsprecher ist in der Schweiz immer noch nicht offiziell erhältlich, und die 2017 angekündigte Drahtlosladematte ist weltweit noch immer nicht im Verkauf. Bei beiden wäre ein Verkaufsstart im Herbst keine Überraschung. Aber sicher ist das nicht. Immerhin lässt es sich gut verschmerzen, da es für beide Produkte bereits gute Alternativen gibt.

Google: Seit Google mit der Pixel-Reihe das Heft im Smartphone-Geschäft selbst in die Hand genommen hat, wurden die neuen Handys jeweils Anfang Oktober vorgestellt. Heuer dürfte es mindestens zwei neue Pixel-Handys geben. Das grössere dürfte dabei ebenfalls auf einen Bildschirm im iPhone-X-Design setzen. Eine weitere Möglichkeit wäre ein neuer Pixel-Laptop mit Touchscreen. Schon fast gesetzt sind neue Smarthome-Produkte wie Lautsprecher mit eingebautem Sprachassistenten. Da Google diese Neuheiten bis jetzt allesamt nie in die Schweiz gebracht hat, sollte man besser keine zu hohen Erwartungen haben.

Huawei:Der chinesische Telecomkonzern kann mit 2018 schon sehr zufrieden sein. Das P20-Handy ist ein Erfolg und dürfte gerade Samsung zahlreiche potenzielle Kunden abgejagt haben. Im Herbst stellt der Konzern für gewöhnlich mit dem Mate-Handy ein grösseres Gerät vor, das sich vermehrt an Technikfans richtet. So dies auch heuer die Strategie ist, sollte man im Oktober mit einer Ankündigung rechnen. Eine Ankündigung in der ersten Septemberwoche an der Berliner Funkausstellung wäre allerdings auch nicht ganz ausgeschlossen. In den vergangenen Jahren steckte in den Mate-Handys jeweils eine leicht verbesserte Variante der Kamera der im Frühling lancierten P-Handys. Eine grosse Überraschung ist bei Huawei nicht ausgeschlossen. Gerüchte besagen, dass der Konzern ebenfalls an einem faltbaren Handy arbeitet. Es wäre zweifellos ein Imagegewinn für Huawei, wenn der Konzern vor Samsung ein solches Falt-Handy vorstellen würde.

Microsoft:Der Windows-Konzern ist die grosse Unbekannte auf dieser Liste. Mit dem Surface Go hat Microsoft bereits ein neues Notebook/Tablet angekündigt. Gibt es heuer noch mehr? Ein völlig überarbeitetes Surface Pro wird wohl erst nächstes Jahr ein Thema. Aber was ist mit dem faltbaren Surface für die Hosentasche? Unter dem Projektnamen Andromeda sei ein solches in Arbeit, berichten viele Insider. Doch der letzte Stand der Grüchteküche deutet darauf hin, dass das Gerät nicht mehr dieses Jahr kommen soll. Bleiben noch leicht verbesserte Varianten des Surface Laptop und des Surface Studio. Ob das eine Präsentation (im Oktober vielleicht?) rechtfertigt?

Fotografie:Der spannendste Nebenschauplatz des Tech-Herbstes dürfte rund um die Fotomesse Photokina zu finden sein. Nikon und vielleicht auch Canon dürften eine grosse Kurskorrektur vornehmen und zum ersten Mal spiegellose Vollformatkameras vorstellen (Verabschieden sich Nikon und Canon von der Spiegelreflex?). Die Vermutung liegt auf der Hand, dass andere Kamerahersteller, die seit längerem auf spiegellose Kameras setzen wie Sony, Leica oder Panasonic, den zwei Traditionsmarken nicht das ganze Rampenlicht an der Fotomesse überlassen werden.

DerBund.ch/Newsnet

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