So wird das Tablet zum zweiten Bildschirm

Je mehr, desto besser – das gilt auf alle Fälle für den Bildschirm. Wie auch iPads und Android-Geräte optimal dafür eingerichtet werden.

Ein zweiter Monitor fürs Laptop? Klingt dekadent und übertrieben, ist aber einfach und enorm praktisch.
Video: Matthias Schüssler

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Wer in den 1990er-Jahren oder noch früher mit Computern gearbeitet hat, musste das auf Bildschirmen tun, die aus heutiger Sicht fast schon lächerlich wirken: winzig und so niedrig aufgelöst, dass man beim Schreiben oder Zeichnen immer nur einen kleinen Ausschnitt in vernünftiger Schärfe betrachten konnte.

Das hat sich geändert: Heute sind selbst riesige Bildschirme recht günstig zu haben – und sie bieten einen Komfort, der nicht zu unterschätzen ist. Als Nutzer sieht man nicht nur mehrere seiner Dokumente, man kann auch bequem mehrere Informationsquellen nebeneinander platzieren: Das Dokument, in dem man in der Textverarbeitung schreibt auf der einen, die Notizen oder Webrecherchen auf der anderen Seite.

So kommt nichts in die Quere

Profis arbeiten sehr oft mit zwei Monitoren: Wer Webseiten programmiert, kann so einerseits den Code und andererseits das fertige Produkt nebeneinander im Auge behalten. Beim Videoschnitt und der Bildbearbeitung ist es praktisch, Werkzeugpaletten auf ein separates Anzeigegerät auszulagern: Dann kommen die bei der eigentlichen Arbeit nicht in die Quere. Und es gibt schliesslich die Informations-Junkies, die auf dem zweiten Monitor News-Websites, ihren Twitter-Feed oder ihre Lieblings-Webcam im Auge behalten.


Wichtige Informationen immer im Blick.

Sowohl Windows als auch Mac sind bestens für den Umgang mit zwei (oder noch mehr) Monitoren gerüstet: In den Anzeigeeinstellungen legen Sie fest, wie die Bildschirme nebeneinander platziert sind, sodass sie die Fenster so anordnen können, wie Sie möchten. Auch viele Anwendungsprogramme sind darauf ausgelegt, mit mehreren Bildschirmen benutzt zu werden. Das gilt natürlich für Profiprogramme wie Photoshop oder Indesign, aber auch für Alltags-Software wie Microsoft Office: In Word können Sie beispielsweise das gleiche Dokument mehrfach öffnen, um parallel verschiedene Textstellen oder unterschiedliche Ansichten zur Verfügung zu haben.

Das iPad als Zweitmonitor

Im Video führen wir vor, wie einfach das in der Praxis funktioniert – und wie Sie die Vorteile mehrerer Displays sogar dann nutzen können, wenn Sie keinen zweiten Monitor anschaffen wollen. Die Duet-App verwandelt ein iPad in eine Zweit-Anzeige, die sich bestens für Recherchen im Web, den Kalender, Notizen, eine zusätzliche Dokumentenansicht oder für die Werkzeugpaletten eignet.

Die Duet-App gibt es schon seit einiger Zeit und sie funktioniert unserer Erfahrung nach sehr zuverlässig. Sie hat mehrere Vorteile: Sie eignet sich auch für beengte Platzverhältnisse und sogar mobil, mit dem Laptop – und eröffnet einem den Komfort von mehr Platz selbst dann, wenn man wegen der Grösse und des Gewichts ein Modell mit «nur» 13 Zoll oder weniger benutzt.

Fingersteuerung inklusive

Zweiter Vorteil: Dank des Touch-Displays ist die Zweitansicht sogar per Finger bedienbar. Die Duet-App fürs iPad ist für 10 Franken im App-Store erhältlich. Zur Nutzung muss auch ein Gegenstück auf dem Windows-PC und Mac installiert werden. Diese Software ist kostenlos auf duetdisplay.com erhältlich. Wer ein iPad Pro besitzt, kann das auch als Zeichentablett für Desktop-Programme nutzen. Dafür ist ein Abo für 4 Franken im Monat oder 27 Franken im Jahr nötig. Mehr Informationen dazu gibt es hier.


Die Touch-Bedienung ist nicht nur in Photoshop praktisch.

Es gibt auch Alternativen, die sich teils auch mit Android nutzen lassen, zum Beispiel Spacedesk, Air Display oder iDisplay (diese Produkte haben wir für diesen Beitrag aber nicht getestet).

Als Bonus für Leute, die schon einen ausreichend grossen Bildschirm haben, stellen wir im Video die Side-View-Erweiterung von Firefox vor. Sie ermöglicht es, zwei Websites nebeneinander zu platzieren. Das macht insbesondere das Schreiben, Recherchieren und die Medienproduktion einfacher und effizienter, da es möglich ist, E-Mail-Fenster, den Kalender oder das Content-Management-System immer sichtbar zu haben, während man im Web recherchiert.


Auch in Firefox kann man es so einrichten, dass wichtige Informationen immer sichtbar sind. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 12.08.2018, 10:00 Uhr

Tipps und Tricks in Videoform

Was sind Ihre Anliegen?

In der Videoreihe «Digitale Patentrezepte» gibt Matthias Schüssler exklusiv für DerBund.ch/Newsnet einmal pro Woche praxiserprobte Hilfestellung zur souveränen Bewältigung des digitalen Alltags.

Falls Sie ein Anliegen haben, das sich für die Behandlung in unserer neuen Rubrik eignen würde, dann unterbreiten Sie uns das bitte über die Kommentarfunktion oder schreiben Sie an matthias.schuessler@tages-anzeiger.ch.

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