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Handy-GPS für Fussgänger

Im kommenden Frühling bringt Nokia mit dem N95 ein wegweisendes Mobiltelefon auf den Markt.

Von Roger Zedi

Alle Jahre wieder beschert uns die Telekommunikationsbranche neue Megatrends und Killerapplikationen. Vor ein paar Jahren sollten Games auf dem Handy die neusten «Avenues to Revenues» (so der Titel einer vergangenen Nokia-Konferenz), also die «Strassen, die zu Umsatz führen», planieren. Als sich diese eher als Sackgasse entpuppten (das Spielkonsolen-Handy N-Gage war ein einziger Flop), sollten Anwendungen wie Handy-TV oder mobiles E-Mail das Geld aus den Taschen der Nutzer in die Kassen der Telecoms spülen. Für Geschäftsleute, deren Telefonrechnung die Firma übernimmt, sind E-Mails auf dem Handy tatsächlich eine gute Sache, und immerhin wird Handy-TV beim Spülen konsumiert – als Mini-TV in der Küche.

Heuer preist Nokia das GPS für Fussgänger als wichtige neue Anwendung für 2007 an. Der nächste Hype?

Die Erfahrung zeigt, dass Anwendungen dann erfolgreich sind, wenn sie ein menschliches Grundbedürfnis erfüllen. Darum sind Telefongespräche und SMS die Dauerbrenner der Handynutzung. Die Orientierung (Wo bin ich? Wo ist diese Adresse? Wie komme ich nach XY?) ist ebenfalls etwas, was fast jeden und jede regelmässig beschäftigt. Ergo macht ein Gerät für unterwegs, das genau diese Fragen beantwortet, absolut Sinn. Es sei denn, man ist ein Stubenhocker – dann hat man aber wohl gar kein Handy. Karten und Navigation sind zudem die gefragteste Anwendungen im Internet (nach Google, Yahoo und Co.). Und GPS fürs Auto ist unterdessen zum regelrechten Massenprodukt geworden. Der gesamte, weltweite GPS-Markt soll bis 2008 auf rund 30 Milliarden Dollar steigen. Somit spricht einiges für den Erfolg des N95. Es ist ja auch nicht das erste Smartphone mit GPS, in Japan werden bereits alle Handys mit GPS ausgestattet.

Kartensuche für die ganze N-Serie

Nokias kommendes Flaggschiff mit GPS wird im Frühjahr 2007 zu haben sein. Zudem werden die Finnen eine Kartensoftware für alle bisherigen Geräte der N- und E-Serie (mit Symbian) anbieten – sogar kostenlos. Nur wer mit dem N95 wirklich Routenplanung betreiben will, muss zusätzlich eine Lizenz dafür kaufen. Damit taugt es dank dem brillanten Bildschirm (6,6 cm Diagonale, QVGA) dann sogar fürs Auto.

Ebenfalls erwähnenswert sind Funktionen wie WLAN, UMTS, Mobile TV (wie gesagt: für die Küche), 160 MB interner Speicher und die 5-Megapixel-Kamera mit Zeiss-Objektiv. Das Gerät lässt sich zudem auf zwei Seiten aufschieben, so enthüllt es entweder die Telefontastatur oder, in entgegengesetzter Richtung, die Media-Player-Tastatur. Der genaue Preis des N95 ist noch offen, billig wird es aber kaum sein. Wegweisend hingegen bestimmt. [TA | 19.12.2006]

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