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Den «Todesgriff» gibts nur beim iPhone4

Britische Forscher haben mit einem Labortest Berichte bestätigt, wonach die Empfangsqualität beim neuen iPhone 4 von Apple schlechter ist als bei anderen Smartphones.

Seit Wochen klagen iPhone-4-Nutzer, dass die Empfangsstärke zurückgeht, sobald man das Smartphone in der linken Hand hält und damit die Antenne in der linken unteren Ecke verdeckt. Im Internet machten rasch die Begriffe Antennagate und Todesgriff (Death Grip) die Runde.

Nach langem Zögern bestätigte Unternehmenschef Steve Jobs, dass es Probleme mit der Antenne gäbe – verwies aber darauf, dass nicht allein das neue Apple-Handy davon betroffen sei. Apple ging sogar so weit, auf der Unternehmenssite Videos zu publizieren, welche die Empfangsprobleme bei vielen anderen Smartphones demonstrieren. Mittlerweile hat das kalifornische Unternehmen die Videos wieder entfernt. Vielleicht, weil man mittlerweile auch in Cupertino festgestellt hat, dass die Empfangsschwierigkeiten der Konkurrenz viel weniger gravierend sind?

«Durchgehend in unteren Regionen»

Laut einem Test von PA Consulting, einem weltweit tätigen Beratungsunternehmen mit eigenen Technologiezentren, liegt Jobs nämlich definitiv falsch. Die Forscher verglichen unter Laborbedinungen die Empfangsqualität des iPhone 4 mit derjenigen des Blackberry 9700 von RIM und des HD2 von Hersteller HTC. «In den meisten Situationen», so PA Consulting, «war der Empfang des iPhone 4 vergleichbar mit dem der anderen Smartphones», allerdings habe sich die Empfangsleistung «durchgehend in den unteren Regionen» befunden.

Einen Todesgriff – das Zudecken der Antenne links unten – gibt es aber laut PA Consulting nur beim iPhone 4. Beim Testen des Todesgriffs habe das Apple-Handy sogar so viel an Signal verloren, dass der Test nicht abgeschlossen werden konnte. Dieser Effekt habe bei der Konkurrenz nicht nicht festgestellt werden können. Ausserdem hätten selbst iPhones mit Schutzhüllen eine schlechtere Empfangsleistung als die anderen Testgeräte.

Nicht die erste Studie, die Apple widerspricht

Die Expertise bestätigt das Ergebnis einer ähnlichen Studie von Stiftung Warentest. Die deutsche Konsumentenschutz-Organisation fand heraus, dass bei direkter Umklammerung des Gehäuses auch bei iPhone-Konkurrenten die Empfangsleistung zurückgehe, aber nur um 25 Prozent. Damit seien selbst Gespräche in schwachen Netzen noch möglich. Nicht so aber beim neusten Apple-Handy: Dort sinkt laut den Testergebnissen des grössten deutschen Konsumentenportals die Sendeleistung um 90 Prozent.

Mitte Juli gab Apple bekannt, wegen der Empfangsprobleme beim neuen iPhone 4 den Nutzern ein kostenloses Etui abzugeben, das den Fehler mit der eingebauten Antenne beheben soll.

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