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Der Surface Laptop im ersten Test

In den Verkauf kommt er erst Mitte Juni. Schon jetzt hat Redaktion Tamedia den neuen Microsoft-Laptop mit dem abgespeckten Windows genauer unter die Lupe genommen.

Nein, ich möchte nie wieder einen Laptop. Und: Nein, ich brauche keinen Laptop.

Die zwei Sätze musste ich ein paarmal laut vor mir her sagen, nachdem ich den neuen Surface Laptop erst per Livestream und jetzt in echt gesehen habe. An der Microsoft-Entwicklermesse, die Redaktion Tamedia auf Einladung besuchte, konnte man abseits der vielen Hololens-Demonstrationen etwas versteckt auch den neuen Laptop anschauen und ausprobieren.

Das Design machte einen sehr guten Eindruck. Das Notebook ist leicht und fühlt sich in der Hand sehr wertig an (was man bei einem Preis ab 1130 Franken auch erwarten kann). Besonders gefiel die Tastatur. Wie beim Surface-Tablet kommt nun auch beim Laptop Alcantara zum Einsatz. Das Lederimitat wird sonst häufig in teureren Autos verbaut. Selbst bin ich ein Fan dieses Materials, kann aber auch gut verstehen, wenn jemand Alu oder andere Metalle bevorzugt.

Abgespecktes Windows

Was die Langlebigkeit und Schmutzempfindlichkeit angeht, habe ich selbst keine schlechten Erfahrungen gemacht. Meine Tastatur sieht auch nach einem Jahr und fleissiger Verwendung immer noch aus wie neu. Das grosse Touchpad und der Touchscreen reagierten bei ersten Versuchen flott und zuverlässig. Hätte ich nicht gewusst, dass auf dem Surface Laptop das abgespeckte Windows S läuft, wäre mir das wohl nicht aufgefallen.

Wie alltagstauglich diese Windows-Variante ist und welche Apps alle fehlen, kann man aber erst beurteilen, wenn der Laptop im Juni in den Handel kommt. Bis dann hat Microsoft noch reichlich Zeit, Apps nachzureichen. Denn auf Windows S kann man nur noch Apps aus dem Store verwenden. Sonst wo gekaufte oder heruntergeladene Programme funktionieren nicht mehr.

Alternativ kann man allerdings auf die Pro-Version von Windows wechseln. Dann hat man Zugriff auf alle Programme, muss aber auf die Vorzüge von Windows S (Geschwindigkeit und Sicherheit) verzichten.

iTunes für den Windows Store

An der Entwicklerkonferenz hat Microsoft zudem angekündigt, dass Apples iTunes demnächst als App in den Store kommen solle. Auch Spotify und die Office-Apps sollen folgen. Einen genauen Zeitplan nannte Microsoft allerdings nicht. Selbst bei den hauseigenen Office-Apps wollte sich Microsoft trotz Nachfrage von Redaktion Tamedia nicht auf einen Zeitplan festnageln lassen.

Mehr Sorgen bereiten mir die Anschlüsse, die der Surface Laptop hat. Er hat nämlich nicht besonders viele. Einen USB-Anschluss, einen für Bildschirm, einen für Kopfhörer und den proprietären Surface-Anschluss für Strom und Docking-Station.

Den neuen USB-C-Standard sucht man vergebens. Microsoft ist nämlich, wie der «PC-Tipp» berichtet, kein Fan der neuen Stecker und Kabel. Heute mag das noch als kundenfreundlich durchgehen, aber in fünf Jahren – und so lang behält man einen Laptop häufig – mag das wieder ganz anders aussehen. Dann wünscht man sich vielleicht, Microsoft wäre 2017 etwas mutiger gewesen.

Buntes Highlight

So oberflächlich es klingen mag, aber das Highlight an den neuen Surface-Laptops sind die Farben. Das Blaugrün, das Goldgrau und vor allem das Dunkelrot sehen sehr gut aus. Ob die allerdings in die Schweiz kommen, muss sich noch zeigen. Aktuell kann man im Schweizer Microsoft-Onlineshop nur die weniger auffällige Silber-Variante bestellen.

Gerade das Dunkelrot ist der Hauptgrund, warum ich mich mehrfach daran erinnern musste, dass ich in meinem Computeralltag keinen Platz mehr für einen Laptop habe. Allein schon wegen der Tastatur, die zwei Winkel hat, möchte ich mein Surface Pro 3 nie wieder gegen einen Laptop tauschen. Und auch das handliche iPad Pro mit der eSIM, dem zuverlässigen iOS und dem ausdauernden Akku möchte ich nicht gegen einen grösseren Laptop tauschen.

Zu schade, dass es meine Lieblingsgeräte nicht auch in Dunkelrot gibt.

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