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Das Roaming-Gespenst geht um

Gebühren fürs Surfen im Ausland, obwohl das Roaming deaktiviert war: Was Betroffene berichten.

Beim Verschicken besser aufpassen: Eine Urlauberin macht auf Zypern ein Selfie.
Beim Verschicken besser aufpassen: Eine Urlauberin macht auf Zypern ein Selfie.
Reuters

Ferienzeit ist Datenroaming-Zeit. Billig ist das Surfen im Ausland nicht, weshalb viele das Roaming beim Reisen deaktivieren. Allerdings: Auch wenn sie das tun, können Gebühren anfallen. Dies berichtete das SRF-Konsumentenmagazin «Espresso». Die Swisscom spricht von einem technischen Problem, kennt die genaue Ursache aber noch nicht. Es könne sich um einen Fehler im Gerät, in einzelnen Gerätkomponenten oder aber im Zusammenspiel zwischen Gerät und Mobilfunknetz handeln. Es seien extrem wenige Kunden betroffen.

Beim TA haben sich dennoch mehrere Leser gemeldet, die das Problem ebenfalls kennen. Zum Beispiel M.M. aus Zürich. Obwohl das Datenroaming auf seinem und dem Prepaid-Handy seiner Frau deaktiviert gewesen sei, seien ihm im Ausland dreimal entsprechende Kosten berechnet worden, berichtet einer von ihnen. «Als wir bei Swisscom anriefen, sagte man uns, dass unsere Handys Daten übertragen.» Er sei aber hartnäckig geblieben. Die Swisscom habe schliesslich eingelenkt: Sie erstattete die Kosten von rund 15 Franken zurück und schaltete auf seinem Telefon die Option aus, die beim Surfen im Ausland automatisch ein Datenpaket bucht. «Seither hatten wir keine Probleme mehr. Ich glaube aber, dass noch viel mehr Kunden betroffen sind und es ganz einfach nicht gemerkt haben.»

Aus dem Nichts heraus

Offenbar kämpfen nicht nur Swisscom-Kunden mit diesen Roaming-Geistern. «Ich hatte ähnliche Probleme mit Salt», schreibt ein anderer Leser. Er habe das Roaming bei seinem iPad ausgeschaltet, während er sich in Portugal aufgehalten habe. Daraufhin sei ihm ein einstelliger Frankenbetrag belastet worden. Salt habe auf seine Anfrage hin mitgeteilt, das Problem müsse bei ihm liegen. Man könne aber gerne das Roaming total abstellen, «damit garantiert nichts durchgeht». Er habe daraufhin eine Option für 5 Franken gelöst, in der ein Datenvolumen von 10 Megabyte pro Monat inbegriffen ist.

Dem Vergleichsdienst Comparis ist das Phänomen laut Telecomexperte Jean-Claude Frick bekannt. Auch er glaubt, dass die Ursache bei den Smartphones liegt. «Gewisse Modelle können offenbar eine Internetverbindung herstellen, auch wenn das Datenroaming ausgestellt ist.» Auslöser dafür könne zum Beispiel ein Abo-Wechsel sein. «Dabei werden die Angaben zum Kunden vom Telecomanbieter neu erfasst und abgespeichert. Es ist denkbar, dass hier Fehler passieren.» Allerdings komme es auch vor, dass die Kosten aus dem Nichts heraus anfallen. «Warum, wissen wir noch nicht», sagt Frick.

Er empfiehlt den Kunden, ihre Handyrechnungen in jedem Fall aufmerksam zu kontrollieren, Probleme sofort beim Anbieter zu melden und unbedingt auf einer Rückerstattung allfälliger falsch berechneter Kosten zu bestehen. «Die meisten Provider zeigen sich dann kulant.»

«Umgehend bei der Hotline melden»

Das müssen sie laut Konsumentenvertretern auch. «Wir fordern von den Telecomunternehmen, die zu Unrecht belasteten Beträge unbürokratisch gutzuschreiben und eine dauerhafte Lösung für das Problem zu finden», sagt André Bähler von der Stiftung für Konsumentenschutz. «Die betroffenen Kunden haben einen Vertrag mit dem Unternehmen. Dieses ist daher auch dafür verantwortlich, fehlerhafte Rechnungen zu korrigieren.» Ob nun die Telecomfirmen oder die Handyhersteller für die Fehler verantwortlich sind, ist laut Bähler zweitrangig. «Für die Kunden darf das keine Rolle spielen.»

«Wir haben für unsere Abo-Kunden eine Lösung umgesetzt, damit kein fälschlicherweise übertragenes Datenvolumen verrechnet wird», sagt Swisscom-Sprecherin Sabrina Hubacher auf Anfrage. Prepaid-Kunden, die im Swisscom-Cockpit den Basistarif deaktivierten, werde ebenfalls kein Datenverkehr verrechnet. «Sollte ein Kunde feststellen, dass ihm trotz ausgeschaltetem Datenroaming im Ausland ein Betrag abgebucht wird, kann er sich umgehend bei unserer Hotline melden», so Hubacher. Sein Fall werde dann geprüft.

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