Das müssen Sie über «Pokémon Go» wissen

Wie wird gespielt, was bedeutet das für Eltern, und was hat es mit den drei Farben auf sich? DerBund.ch/Newsnet erklärt das angesagte Spiel.

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Rafael Zeier@RafaelZeier

«Pokémon Go» ist eine Mischung aus Schere, Stein, Papier, Orientierungslauf, Tamagotchi und einem Sammelalbum. Gespielt wird gleichzeitig auf dem Handy und in der realen Welt. Auf dem Handybildschirm sieht man seine Umgebung, wie man das von Karten-Apps kennt. Nur tauchen darauf keine Restaurants oder Bushaltestellen auf, sondern Arenen, Pokéstops und eben Pokémon.

Ziel des Spiels ist es, ein erfolgreicher Pokémon-Trainer zu werden. Dazu muss man kleine Monsterchens fangen und trainieren. Wer im Spiel vorankommen will, muss raus aus dem Haus und spazieren gehen. Nur so findet man neue Pokémon und kann sie in Arenen gegeneinander antreten lassen.

Da das Spiel für Neulinge nicht sehr intuitiv ist, hier die wichtigsten Punkte kurz erklärt:

Wie installieren: Da das Spiel in Europa noch nicht erhältlich ist, muss man tricksen. iPhone-Nutzerinnen und -Nutzer brauchen ein App-Store-Konto für den amerikanischen App-Laden von Apple. Das geht mit einer zweiten E-Mail- und einer Fantasieadresse. Android-Nutzerinnen und -Nutzer können im Netz die Installationsdatei (kurz APK) runterladen. Dabei ist allerdings Vorsicht geboten. Bereits kursieren Varianten mit Schadsoftware.

Achtung Akku: Man muss es so sagen: «Pokémon Go» ist ein Akku-Fresser. In den letzten 24 Stunden hat es auf unserem Test-iPhone 45 Prozent der Batterieladung verbraucht. In den Einstellungen findet man aber eine Batteriespar-Option. Was die bringt, müssen die nächsten Tage zeigen.

Geld ausgeben: Wer nicht laufen mag, kann sich, wie man das von Handyspielen kennt, auch bei «Pokémon Go» wenigstens teilweise freikaufen. Im Store kann man sein reales Geld gegen virtuelles tauschen und damit Pokébälle, Pokémon-Eier, Brutmaschinen und einen grösseren Rucksack für mehr Minimonster kaufen.

TV-Folgen schauen:Wer Hintergrundwissen über die Welt der Pokémon erwerben möchte, wird auf www.pokemon.com fündig. Dort gibt es nebst dem grossen Pokémon-Lexikon namens Pokédex auch 19 Staffeln der Zeichentrickserie zu sehen.

Augen auf:Wie bei jedem Spiel und sowieso im Leben braucht es auch bei «Pokémon Go» den gesunden Menschenverstand. Wer nur in sein Handy starrt und so durch die Stadt irrt, läuft früher oder später in einen Passanten oder etwas Schlimmeres. Auch Eltern seien gewarnt: So schön es ist, wenn das Kind plötzlich gerne spazieren geht, aus den Augen lassen sollte man es je nach Alter genauso wenig, wie wenn es in seinem Zimmer zockt.

Wer steckt hinter dem Spiel: Das Spiel ist eine Koproduktion von Nintendo und dem Google-Spinoff Niantic. 1996 brachte Nintendo das erste Pokémon-Spiel für den Gameboy auf den Markt. Gab es anfangs rund 150 Pokémon-Monster, sind es nun über 700. Niantic veröffentlichte für Google 2013 das Geospiel «Ingress» (Was dank Geo-Funktionen möglich wird). «Pokémon Go» nutzt über weite Strecken Karten und Spielprinzip von Ingress, kombiniert sie aber mit Nintendos Minimonstern.

Pokémon einfangen: Wenn man im Spiel in der realen Welt umherspaziert, tauchen früher oder später Pokémon auf. Man tippt sie mit dem Finger auf dem Display an, und schon steht das kleine Monster auf dem Handy virtuell vor einem. Um es zu fangen, muss man einen Pokéball nach ihm werfen. Das braucht einiges an Übung. Am besten lässt man sich nicht stressen und hält erst den Finger auf den Ball und atmet einmal durch und wirft dann. Ist das Pokémon zu stark, kann es sein, dass es aus dem Ball wieder ausbricht. Auch wenn man zu oft danebenwirft, verschwindet es wieder.

Gegenstände sammeln:Die wichtigsten Gegenstände im Spiel sind Erfahrungspunkte und Pokébälle. Beides bekommt man an sogenannten Pokéstops. Diese auf der Karte verzeichneten Säulen werden aktiviert, wenn man nah genug steht. Dann einmal antippen und das kreisförmige Element mit dem Finger drehen. Schon regnet es Pokébälle und Heiltränke und Wiederbelebungsmedizin.

Team auswählen:Hat man genug Pokémon gefangen und genug Pokéstops abgeklappert, erreicht man Level 5. In einem ausgedehnten Spaziergang sollte das zu schaffen sein. Ab diesem Level hat man Zugang zu Arenen. Doch zuerst muss man sich beim Besuch der ersten Arena für eines der drei Teams entscheiden: Rot, Blau oder Gelb. Eine mögliche Strategie ist, sich für das Team zu entscheiden, das in der eigenen Nachbarschaft am stärksten ist und die meisten Arenen hat. So kann man leichter Trainingskämpfe austragen. Das geht nämlich nur in Arenen des eigenen Teams.

Kämpfen:Anders als bei den Vorgängerspielen auf dem Gameboy, wo Taktik gefragt war, geht es bei «Pokémon Go» genauso um Fingerfertigkeit. Wie bei Schere, Stein, Papier hat jedes Pokémon Stärken und Schwächen. Es lohnt sich, vor einem Kampf seine Pokémon entsprechend auszusuchen. Gekämpft wird dann per Touch-Gesten. Für einen normalen Angriff tippt man einmal auf den Bildschirm, für den Spezialangriff hält man den Finger auf dem Bildschirm, und um auszuweichen wischt man links oder rechts. Was in der Theorie einfach klingt, braucht in der Praxis einiges an Übung und kann frustrierend sein.

Pokémon heilen/wiederbeleben:Wird ein Pokémon im Kampf verletzt, kann man es mit einem Heiltrank, den man an Pokéstops bekommt, wieder fit machen. Wird das Pokémon gar ohnmächtig, braucht es einen Wiederbeleber. Auch die bekommt man an Pokéstops.

AR Ausschalten:Eine der besten Funktionen von «Pokémon Go» ist die Augmented-Reality-Darstellung. Das heisst, das Handy nutzt das Kamerabild und projiziert Pokémon darauf. So sieht es aus, als stünden die Monster direkt vor einem. Im eigenen Test klappte das allerdings nicht immer zuverlässig. Vermutlich ein Problem mit den Sensoren des Handys. Darum gibt es vor Pokémon-Kämpfen, und wenn man ein Monster einfangen möchte, einen Schalter, der einem erlaubt, «AR» auszuschalten. Dann klappt es zuverlässig.

Pikachu holen:Das gelbe Elektropokémon ist das wohl berühmteste Minimonster überhaupt. Als Startpokémon stehen aber nur Glumanda, Bisasam und Schiggy zur Auswahl. Wer trotzdem lieber ein Pikachu möchte, kann tricksen. Man läuft einfach davon und entscheidet sich für keins der drei. Hat man genug Abstand, tauchen die drei wieder auf. Wenn man das oft genug macht und genug weit weggelaufen ist, taucht plötzlich ein viertes Startpokémon auf: Pikachu. Selbst hat der Autor den Trick unfreiwillig entdeckt. Wenn man «Pokémon Go» nämlich im Zug zum ersten Mal spielt, erledigt sich das mit dem Davonlaufen von alleine.

DerBund.ch/Newsnet

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