Zum Hauptinhalt springen

An Selecta-Automaten mit dem Handy bezahlen

Was in Japan längst Alltag ist, soll sich auch bei uns bald durchsetzen: Bezahlen mit dem Mobiltelefon. An Selecta-Automaten beispielsweise ist dies seit kurzem möglich.

Bezahlen mit dem Handy: Seit kurzem an Selecta-Automaten möglich.
Bezahlen mit dem Handy: Seit kurzem an Selecta-Automaten möglich.
Keystone

Um an einem Selecta-Automaten Kaugummi, Schokoladenriegel oder Chips zu kaufen, braucht man seit Anfang Oktober kein Kleingeld mehr hervorzuklauben. An etwa 2200 der insgesamt rund 3000 Automaten in der Schweiz kann seither per SMS bezahlt werden.

Sendet ein Kunde den am Automaten angebrachten Code ein, wird ihm der Preis des gewählten Produkts zusammen mit einer Transaktionsgebühr anschliessend der Handyrechnung belastet.

Das System sei zuvor versuchsweise bei einzelnen Automaten getestet worden und habe sich bewährt, erklärt Selecta-Sprecherin Esther Thomas gegenüber der Nachrichtenagentur SDA. Das Handy sei zu einem «beliebten Zahlungsmittel» geworden, sagt Thomas, ohne konkrete Zahlen zu nennen.

Telekomanbieter wollen Konzept zum Durchbruch verhelfen

Mit der Möglichkeit zum Bezahlen übers Mobiltelefon nimmt Selecta eine Pionierrolle ein. Dies, obschon diese seit Jahren als Trend gehandelt wird. «Die meisten Branchenkenner sagen, dass sich das Bezahlen mit dem Mobiltelefon in Zukunft durchsetzen wird», sagt Olaf Schulze, Mediensprecher bei Swisscom.

Aus diesem Grund hatte sich der Telekomanbieter vor zwei Jahren mit den Konkurrenten Orange und Sunrise zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen, die sich mit dem Thema befasst.

In Frage kommen zwei Ansätze. Einerseits ist eine Bezahlung über herkömmliche Funktionen des Mobiltelefons möglich, wie im Falle der Selecta-Automaten per SMS. Das erfordert zwar wenig technische Anpassungen, vereinfacht die Bezahlung letztlich aber nur geringfügig, wie Schulze sagt. «Wirklich interessant wird es, wenn über einen Chip im Telefon bezahlt werden kann.»

Mit der Technologie der sogenannten Near Field Communication (NFC) muss der Kunde zum Bezahlen lediglich das Handy an ein Lesegerät halten. Über einen Chip wird das Gerät erkannt und die Zahlung verbucht.

Vorbild Japan

Im asiatischen Raum, insbesondere in Japan, wird diese Technologie bereits rege genutzt. Dort können unter anderem Bustickets und Zeitungen über das Mobiltelefon bezahlt werden.

In der Schweiz hat die Arbeitsgruppe der drei grossen Telekomanbieter in jüngerer Zeit wiederholt Pilotprojekte mit NFC-Chips durchgeführt. «Die technische Machbarkeit ist sicherlich gegeben», zieht Schulze Bilanz. «Um das bargeldlose Zahlen via Handy grossflächig zu ermöglichen, müssen aber sowohl Hersteller als auch Mobilfunkanbieter, Banken und Geschäfte mitziehen.»

Wenn die Kunden nämlich nur an einzelnen Verkaufsstellen mit dem Mobiltelefon bezahlen könnten, würden sie das Angebot kaum nutzen. Wo die Telekomkonzerne das NFC-System einzusetzen planen, sagt Schulze nicht. Er bestätigt lediglich, dass die Gespräche mit verschiedenen potenziellen Partnern in Gang seien.

Valora setzt auf Kreditkarten

Ein grosses Netz an Verkaufsstellen würden die von Valora betriebenen Kioske bieten. Doch das Detailhandelsunternehmen hat sich bereits für eine andere Lösung entschieden: Seit einem Jahr kann an Kiosken in der ganzen Schweiz mit der Mastercard-Paypass-Karte bezahlt werden. Dank dem auf der Kreditkarte eingebauten NFC-Chip lässt diese das Bezahlen ohne Eingabe eines PIN-Codes zu – mindestens bei kleineren Beträgen.

In der Schweiz sind allerdings erst wenige Kreditkarten mit der entsprechenden Funktion ausgestattet. Das Zahlen mit der Paypass-Karte erfreue sich dennoch bereits wachsender Beliebtheit, erklärt Valora-Sprecher Mladen Tomic. Die über die Karten abgewickelten Verkäufe stiegen monatlich um 20 Prozent. Mit 2 Prozent Umsatzanteil ist die Nutzung dennoch bescheiden. Die Bezahlung via Mobiltelefon ist zwar auch für Valora eine Option. Konkrete Pläne bestehen laut Tomic allerdings nicht.

SDA/ah

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch