«Ich bin immer skeptisch, wenn jemand absolute Sicherheit verspricht»

Die UNO warnt vor unsicheren SIM-Karten. Die Schweizer Telecomunternehmen geben Entwarnung, aber der IT-Sicherheitsexperte Guido Rudolphi ist skeptisch.

Wie sicher sind sie wirklich? Eine SIM-Karte.

Wie sicher sind sie wirklich? Eine SIM-Karte. Bild: Keystone

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Hat Sie die Meldung überrascht, dass Hacker nun auch per SMS auf SIM-Karten zugreifen können?
Nein, dass gerade bei der Mobiltelefonie Sicherheit auf Kosten von Profit vernachlässigt wird, ist keine Neuigkeit. Wie es scheint, ist das auch im aktuellen Beispiel der Fall.

Schweizer Anbieter wiegeln ab, aber kann man das so pauschal ausschliessen?
Grundsätzlich muss man immer vorsichtig sein mit solchen Aussagen. Solange der Hack noch nicht detailliert vorgestellt wurde (Die Details zur Schwachstelle sollen am 1. August publiziert werden. d. Red.), bin ich grundsätzlich skeptisch, wenn jemand absolute Sicherheit verspricht.

Es ist die Rede davon, dass besonders ältere Geräte gefährdet sein sollen. Wie sehen Sie das, wer könnte von dieser Schwachstelle betroffen sein?
Das ist im Moment noch schwer abzuschätzen. Wahrscheinlich sind vor allem Leute mit den älteren grösseren SIM-Karten gefährdet. Ob die kleineren Nano- und Micro-SIM-Karten sicherer sind, wird momentan in Expertenkreisen eifrig diskutiert. Die Rede ist etwa auch von Impf-SMS, die betroffene Karten auf den neusten Stand der Sicherheitstechnik bringen könnten. Aber da ist immer noch viel Spekulation dabei.

Sind denn die weltweiten Folgen schon abschätzbar?
Wenn man sich nur anschaut, wie viel weltweit etwa Onlinebanking über Handys läuft, da muss man sich schon fragen: Was kommt da auf uns zu?

Was raten Sie verunsicherten Handynutzern?
Ich empfehle jetzt erst einmal abzuwarten, bis die Details zur Schwachstelle bekannt sind. Und sonst gelten die gleichen Vorsichtsregeln wie bei E-Mails. Sprich: nicht blind alles öffnen, was einem zugesandt wird. (zei)

Erstellt: 22.07.2013, 15:16 Uhr

«Da ist immer noch viel Spekulation dabei»: Guido Rudolphi.

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