Das sagen die ersten Tests der Apple Watch

Wozu braucht man die Smartwatch, wie lang hält der Akku, und was macht Apple besser als die Konkurrenz? Amerikanische Journalisten haben erste Antworten.

Wird die erste Smartwatch von Apple ein Erfolg? Die Tester halten sich mit Prognosen zurück.

Wird die erste Smartwatch von Apple ein Erfolg? Die Tester halten sich mit Prognosen zurück.

(Bild: Keystone)

Rafael Zeier@RafaelZeier

Ausgewählten Journalisten gibt Apple für gewöhnliche neue Geräte etwas früher, damit sie vor dem Verkaufsstart ihre Tests publizieren können. Bei der Apple Watch ist das nicht anders. Heute Nachmittag haben erste US-Medien ihre Tests veröffentlicht.

Der Grundtenor dürfte Apple nur teilweise gefallen. Die Apple Watch sei zwar deutlich besser als aktuelle Smartwatches – aber trotzdem nur ein erster Schritt. Die Hoffnungen der Tester ruhen auf den nächsten Generationen, und das noch vor dem Verkaufsstart der ersten Generation.

Am besten fasst die «New York Times» den Grundtenor der ersten Tests zusammen: «Die Apple Watch mag nichts für Sie sein, aber in naher Zukunft wird sie Ihre Welt verändern.» Etwas pragmatischer formuliert es The Verge: «Wenn man sich heute schon eine Apple Watch kaufen will, sollte man die billigste nehmen.» Die schöneren, aber teureren Modelle soll man sich erst später kaufen, wenn sich die Uhr etabliert und weiterentwickelt hat.

Aber schauen wir uns die Tests etwas genauer an. Die wichtigste Frage nach dem Killer-Feature oder anders gesagt dem Grund, so eine Uhr zu tragen, beantworten die Tester unterschiedlich und auch etwas unentschlossen. «The Verge» etwa schreibt: «Ich würde mir erst eine Apple Watch kaufen, wenn Apple herausgefunden hat, was die Uhr soll.» «Recode» dagegen schreibt: «Smartwatches sind bisher den Beweis schuldig geblieben, dass es sie braucht. Apple hat nun die besten Argumente dafür präsentiert.»

Tatsächlich scheinen die Benachrichtigungen auf der Uhr ziemlich gut zu funktionieren. Vorausgesetzt, man hat vorgängig alles gut konfiguriert. Anders als andere Apple-Geräte, schreibt die «New York Times», muss man sich erst an die Apple-Uhr gewöhnen und zu Beginn ein paar Einstellungen vornehmen.

Gefällige Berührung

Besonders gefällt den Testern die sogenannte Taptic Engine. Durch Vibrationen vermittelt einem die Uhr das Gefühl, als würde einem jemand auf den Arm tippen. So wird man über eingegangene Benachrichtigungen informiert. Die «New York Times» nennt es gar die beste Funktion der Apple Watch. «Es ist ein wildes und seltsames Gefühl. Es ist subtil, aber unmissverständlich», schreibt das Newsportal von Yahoo.

Ob man mit der Apple Watch aber eleganter mit Smartphone-Benachrichtigungen umgehen kann, lässt sich aus den Tests nicht ablesen. Der Tester der «New York Times» etwa schreibt, dass die Uhr eine noch grössere Ablenkung sei als das Smartphone. Trotzdem freue sich seine Frau, dass er nun weniger in sein Smartphone versunken sei. «The Verge» berichtet von einem Gespräch, bei dem das Gegenüber irgendwann gefragt habe, ob der Autor noch etwas anderes vorhätte, weil er ständig auf die Uhr geschaut habe.

Knackpunkt Batterie

«The Verge» kritisiert, dass die Software der Uhr ruckle. Die Uhr fühle sich untermotorisiert an. Dazu komme, dass man jeweils warten müsse, bis der Bildschirm der Uhr angehe, wenn man den Arm hochhebe. Denn nur so sieht man die Uhrzeit. Die meiste Zeit bleibt der Bildschirm schwarz. Andere Smartwatches lösen dieses Problem, indem sie den Bildschirm die ganze Zeit anlassen. So sieht man die Uhrzeit, auch ohne den Arm zu bewegen. Um Batterie zu sparen, verzichtet Apple wohl darauf.

Die Batterie ist dann auch das Stichwort, um das kein Testbericht einen Bogen machen kann. Tatsächlich sollte man sie jede Nacht aufladen. «Recode» schreibt zwar, dass ihre Uhr länger durchhalte als ein iPhone. Yahoo schreibt, dass ihre Uhr jeweils bis zum Nachmittag des nächsten Tages durchgehalten habe. Am nächtlichen Laden scheint also kein Weg vorbeizuführen.

Einen Nachteil des nächtlichen Ladens erwähnt Yahoo: «Die Apple Watch ist der einzige Fitnesstracker, der den eigenen Schlaf nicht vermessen kann, da man sie in der Nacht ausziehen und laden muss.»

Fazit: Die Tests der amerikanischen Journalisten bestätigen den ersten Eindruck von DerBund.ch/Newsnet vom letzten September (Nur ein erster Schritt). Apple hat vieles richtig und besser als die Konkurrenz gemacht – aber nicht alles. Wer nicht unbedingt eine Apple Watch will, dürfte gut beraten sein, auf die nächste oder übernächste Generation zu warten. Ein eigener ausführlicher Test der Apple Watch folgt, so wie wir ein Testgerät gekauft haben.

DerBund.ch/Newsnet

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