Das Handy muss vor allem schön sein

An der weltgrössten Messe für Telekommunikation zeigen Hersteller wie Samsung und HTC ihre neusten Smartphones. Die Ideen dahinter sind erstaunlich ähnlich.

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Während in Barcelona Samsung und HTC ihre Smartphone-Blockbuster in spe vorstellten, hielt sich Sony zurück. Der Konzern, der in einer Umbauphase steckt, zeigte nur ein neues Tablet und ein Mittelklasse-Smartphone. Den Grund für die Zurückhaltung nannte der Mobile-Verantwortliche Hiroki Totoki in einem Interview mit «Le Figaro»: Sony passe die Kadenz bei Neuheiten dem veränderten Konsumentenverhalten an. Die Leute würden ihre Smartphones länger behalten, als das früher der Fall gewesen sei.

Dabei dürfte das erreichte Entwicklungsplateau bei Smartphones eine entscheidende Rolle spielen. Ob man als Konsument nun ein Telefon von 2015 oder eines von 2013 in der Hand hält, macht keinen grossen Unterschied. Die Prozessoren sind etwas schneller geworden, die Bildschirme etwas schöner, aber die Funktionen sind dieselben geblieben. Das stellt Hersteller vor ein Problem, die ihre hohen Preise halten wollen, während chinesische Hersteller wie Xiaomi, Huawei oder ZTE, aber auch Motorola und Microsoft zu immer tieferen Preisen immer bessere Smartphones anbieten.

Fokus aufs Design

HTC pries bei der Präsentation die neuste Ausgabe seines One-Smartphones als Luxusobjekt (800 Franken, ab dem 31. März). Dabei war die Rede von Designprozessen, aufwendigen Fertigungsmethoden und ausgefrästen Alu-Blöcken – auch wenn das neue Telefon optisch kaum von seinen Vorgängern zu unterscheiden ist. Was an Technologie im Telefon steckte, war zweitrangig. So soll vor allem die Kamera verbessert worden sein.

Auch Samsung legte heuer bei seinen zwei neusten Galaxy-Smartphones (ab 700/850 Franken, ab dem 10. April) den Fokus auf Design und ein hochwertiges Äusseres. Das Unternehmen war in der Vergangenheit immer öfter für das Plastikäussere seiner hochpreisigen Telefone kritisiert worden. Auf diese Kritik hat das Unternehmen nun reagiert.

Das teurere Modell fällt vor allem durch seinen auf die linke und rechte Seite hin gebogenen Bildschirm auf. Ob es sich dabei allerdings um eine Design­spielerei handelt, oder ob der neue Bildschirm einen wirklichen Mehrwert bietet, wird sich zeigen, wenn das neue ­Telefon auf den Markt kommt. Aber das neue Metall-Glas-Design fordert auch Opfer: So ist es bei den neuen Galaxy-Modellen nicht mehr möglich, Batterien und Speicherkarten auszuwechseln. Auch wasserdicht sind die neuen Telefone wegen des neuen Designs nicht mehr, wie ein Samsung-Sprecher dem «Tages-Anzeiger» erklärte. Es wird sich zeigen, ob Käuferinnen und Käufer das vermissen werden, nun, da die neuen ­Telefone deutlich edler aussehen als ihre Plastikvorgänger. Sowohl bei HTC wie auch bei Samsung darf man gespannt sein, ob die Luxusstrategie aufgeht.

Auch in einem anderen Bereich geht es in Barcelona vornehmlich um Äusserlichkeiten: bei den smarten Uhren. Was drin steckt, rückt in den Hintergrund. LG zeigte gleich zwei Versionen der LG Watch Urbane. Auf der einen läuft ­Googles Android-Wear-Software, auf der anderen eine Version von LGs eigener WebOS-Platform. Letztere kann sich über LTE sogar ins Mobilfunknetz einwählen.

Gold und Silber

Technisch revolutionär ist keine der beiden Uhren. Optisch dagegen kommen beide mit ihren runden Bildschirmen und dem Silber-/Gold-Look schon sehr nah an eine klassische Männeruhr heran. Schlank sind sie zwar nicht, aber man sieht ihnen erst auf den zweiten Blick an, dass sie voller Chips statt Zahnrädern sind. Zu Preisen und Verfügbarkeit macht LG aber noch keine Angaben.

Auch Huawei stellte mit der Huawei Watch eine eigene Smartwatch mit Luxus­optik vor. Der runde Bildschirm mit dünnem Rand liegt unter Saphirglas, und das restliche Gehäuse ist aus Edelstahl – wem es gefällt sogar mit Gold-Look. Wie die eine LG-Uhr setzt Huawei bei der Software auf Android Wear. Die Uhr soll Mitte 2015 zu einem noch unbekannten Preis auf den Markt kommen.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 03.03.2015, 19:11 Uhr

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