8-mal iOS 8 – das müssen Sie ausprobieren

Geheimtipps und gut Verstecktes: Apples neue Software für iPhones und iPads bietet zahlreiche Neuerungen, vom Selfie-Knipser über neue Tastaturen bis zum Zeitraffer.

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1. Neue Tastaturen Mit iOS 8 hat Apple nicht nur die Standardtastatur verbessert. Neu ist es auch möglich, Tastaturen anderer Anbieter im App Store herunterzuladen. Besonders bewährt hat sich bereits auf Android die intelligente Swiftkey-Tastatur (gratis im App Store). Ähnlich wie die neue Apple-Tastatur lernt sie den eigenen Schreibstil und macht Wortvorschläge. Ebenfalls einen Versuch wert ist die Swype-Tastatur (1 Franken) mit ihren Wischgesten. Statt jede Buchstabentaste auf der Tastatur einzeln zu drücken, wischt man mit dem Finger in einem Schwung über alle Buchstaben eines Wortes. Das ist anfangs ungewohnt, doch man gewöhnt sich schnell daran. Apple warnt bei beiden Tastaturen, dass die Entwickler theoretisch mitlesen könnten, was man schreibt. Wer damit kein Problem hat und den Apps vertraut, bekommt so auf jeden Fall eine gute Alternative zur Einheitstastatur von Apple. Man kann sogar mehrere Tastaturen gleichzeitig nutzen. Mit der Weltkugeltaste, links des Leerschlags, kann man schnell zwischen den verschiedenen Tastaturen wechseln.

2. Besseres Teilen Hatte man früher einen guten Onlineartikel gefunden, konnte man den nur über einige wenige Apps wie Twitter oder Facebook mit Freunden teilen. Neu bekommen auch andere Apps diese Rechte. So kann man beispielsweise mit zwei Klicks einen Artikel direkt aus dem Browser in die Offline-Lese-App Pocket schicken oder Fotos direkt aus der Galerie in eine App wie Tumblr zum Publizieren oder Editieren weiterleiten. Falls die eigene Lieblingsapp die Funktion noch nicht unterstützt, muss man sich noch etwas gedulden. Längerfristig werden wohl die meisten Entwickler von dieser Möglichkeit Gebrauch machen wollen.

3. Akkusünder enttarnen In den Einstellungen weist das Betriebssystem iOS unter «Allgemein > Benutzung > Batterienutzung» pro App aus, wie viel sie am gesamten Akkuverbrauch beteiligt war. Dabei werden auch die Hintergrundaktivitäten aufgeführt. Da werden dann beispielsweise Fitness-Apps wie Moves, die jeden Schritt zählen und die Bewegungen mitverfolgen, als Batteriefresser geoutet. Diese handfesten Angaben helfen, die notorisch zu kurze Batterielaufzeit zu optimieren (siehe auch Kummerbox unten). Android-Nutzer werden von ihrem Betriebssystem seit langem mit entsprechenden Informationen versorgt. Gut, dass jetzt auch Apple nachgezogen hat.

4. Hilfe fürs (Selfie-)Knipsen Eine längst überfällige Detailverbesserung in der Kamera-App ist der Selbstauslöser. Fürs Selfie und das Gruppenbild braucht man nun nicht mehr in die App eines Drittherstellers zu wechseln. Die Verzögerung kann man auf drei oder zehn Sekunden festlegen. Die Kamera hält nun eine interaktive Belichtungskorrektur bereit: Tippt man im Livekamerabild auf eine bestimmte Stelle und hält den Finger gedrückt, dann fokussiert die Kamera wie gewohnt auf diese Stelle und schaltet nach einigen weiteren Sekunden bei gedrücktem Finger die Autofokus- und Belichtungssperre ein. Diese automatische Belichtung kann man bei Bedarf feinjustieren, indem man den Finger nach oben (heller) oder nach unten (dunkler) zieht.

5. Fingerabdruckleser auch für Apps Diese Neuerung wird Freunde von Apples Fingerabdruckleser freuen. Bisher konnten nur Apples eigene Dienste damit entsperrt werden. Mit iOS 8 können nun auch App-Entwickler den Sensor nutzen. Eine der ersten Apps, die von dieser Möglichkeit Gebrauch macht, ist 1Password (kostenlos im App Store). Die App hilft gegen das Passwortchaos. Schliesslich sollte man für jeden Webdienst ein anderes Passwort verwenden und dies auch noch regelmässig ändern. Das will 1Password vereinfachen. Hinter einem Hauptpasswort kann man nicht nur seine Kreditkartendaten verschlüsselt speichern, sondern auch die Logins für Webseiten hinterlegen. Dank dem Fingerabdruckleser muss man nun nicht mehr jedes Mal sein Passwort eintippen, um an die gespeicherten Infos zu kommen. Es reicht den Finger hinzuhalten. Absolute Sicherheit garantiert das zwar nicht, aber es bietet deutlich mehr Komfort.

6. Neuer Zeitraffer Apple hat auch die Videofunktionen verbessert. Nebst dem Zeitlupen-Aufnahmemodus gibt es jetzt (ganz links in den Modi) den Zeitraffer. Der ist allerdings sehr rudimentär ausgefallen. So gibt es noch nicht einmal eine Möglichkeit, einzustellen, um welchen Faktor die Aufnahme beschleunigt werden soll. Da verwendet man auch weiterhin besser eine App wie Timelapse von Xyster.net (5 Franken im App Store). Sie lässt einen den Beschleunigungsfaktor wählen und stellt über die «Vorlagen» obendrein optimale Vorgaben für wandernde Wolken, wuselnde Menschenmengen oder aufbrechende Blüten. Und die Hyperlapse-App von Instagram ist perfekt für Zeitraffervideos geeignet, bei denen die Kamera bewegt wird. Sie rechnet die Verwackelungen, die beim Gehen und Fahren entstehen, weg.

7. Siri ist jetzt auch Musikkennerin Siri erkennt nun auch Musik. Wenn im Radio oder in einer Bar ein unbekanntes Musikstück läuft, bringt man mit der Anfrage «Siri, was ist das für ein Song?» Titel und Interpret in Erfahrung. Das beherrschen auch die Apps wie Shazam oder Soundhound, aber deutlich umständlicher. Selbstverständlich bietet einem Siri auch sogleich an, den Song im iTunes Store zu erwerben. Im direkten Vergleich erkennt Soundhound die Stücke am schnellsten – teilweise schon in der Hälfte der Zeit, die Siri und Shazam benötigen.

8. Die neue Tipps-App Nebst der Gesundheits-App Health, die Schritte zählt, gibt es eine zweite neue App namens Tipps. Sie erklärt die Funktionen, die man nicht ohne weiteres finden würde – beispielweise, wie man auf neue Benachrichtigungen direkt antworten und in der Mitteilungszentrale Mails löschen oder als gelesen markieren kann. Auch die Familienfreigabe wird erklärt. Sie ist in den Einstellungen bei «iCloud» zu finden und sie ermöglicht es, dass bis zu fünf Familienmitglieder gekaufte Bücher, Filme und Apps auf allen Geräten nutzen, ihren Standort gegenseitig einsehen sowie einen Familienkalender und einen gemeinsamen Fotostream führen können. Apple verspricht, kontinuierlich neue Tipps zu liefern. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 19.09.2014, 11:35 Uhr

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