10 Tage ohne E-Mail – und es nicht einmal gemerkt

Auch einem Digital-Redaktor passiert hin und wieder ein digitales Missgeschick.

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Dass kein Mail der Post mit einer Paket-Ankündigung kam, beunruhigte mich kein bisschen. Vielleicht kommt das Päckli ja per Kurier.

Dass mein Boardingpass nicht in meinem Postfach landete, liess auch keine Alarmglocken läuten. Wäre ja nicht das erste Mal, dass das Check-in-Tool der Swiss macht, was es will, und für etwas hat man ja die App.

Dass das zum Gegenlesen geschickte Samsung-Interview nicht zurückkam, war harmlos. Per Whatsapp hatte ich schon erfahren, dass sie keine Änderungswünsche hatten.

Wo sind alle Mails?

Erst als ein Kollege frage, was ich denn nun von seinem Vorschlag hielte, wurde ich stutzig.

Tatsächlich, das neueste Mail in meinem privaten Gmail-Postfach war vom 31. Juli. Und das am 10. August.

Spurensuche

Lag es vielleicht an der Inbox-App auf dem Handy? Dasselbe trostlose Bild bot sich sowohl in der Gmail-App wie in Apples Mail-App. Seit 10 Tagen keine Mails mehr.

Dann muss es am Handy liegen. Also ab an den Computer. Die Inbox-Website, Googles modernere und bessere Gmail-Oberfläche, hatte auch keine neuen Mails für mich parat.

Erst die Gmail-Website brachte Licht in die Angelegenheit. Ein dünner Balken informierte: «Sie können keine E-Mails mehr senden oder empfangen, weil sie keinen Speicherplatz mehr haben. Versuchen Sie, Speicherplatz frei zu machen, oder erwerben Sie zusätzlichen Speicherplatz.» Oha! Wie war das möglich?

Gewarnt und überzogen

Im April hatte mich Google gewarnt, dass mein Bonus-Speicherplatz von 200 GB, den ich mal mit einem Handy bekommen hatte, auslaufen würde. Kein Problem, dachte ich. Ich habe ja nichts bei Google gespeichert und immer noch genug Gratisspeicher. Im Juni warnte mich Google, dass mein Speicherplatz bei Google Fotos erschöpft sei. Auch kein Problem, da ich ja Fotos nur in der Gratisqualität archiviere.

Zurück in der Gegenwart verriet ein Blick in die Speicherdetails: Statt meinen 18 GB nutzte ich 80 GB. Ich hatte mein Guthaben um stolze 449 Prozent überzogen, rechnete Google vor. Ziemlich viel für jemanden, der eigentlich nichts ausser Gratisfotos bei Google gespeichert hat.

Zu grosse Fotos

Noch tiefer in den Details fand ich das Problem: Obwohl ich bei Google Fotos nur die Gratisqualität nutze, waren da 65 GB in unkomprimierter kostenpflichtiger Maximal-Qualität. Wohl ein Versehen meinerseits aus den frühen Tagen von Google Fotos. Das war mir bis anhin nie aufgefallen, da ich ja die 200 Gratis-GB hatte.

Also über Nacht die zu grossen Fotos und Filme per Knopfdruck kleinrechnen lassen. Und am nächsten Morgen war der Spuk vorbei und mein E-Mail-Postfach wieder voll mit Werbung. Alles wie immer. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 16.08.2018, 17:55 Uhr

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