Webportal gegen das Vergessen

Das Auschwitz-Museum will mit einem Internetauftritt über den Holocaust und das ehemalige Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau aufklären.

Aufklärung im Netz: Das Konzentrationslager Auschwitz war im Zweiten Weltkrieg von den Nazis im besetzten Polen errichtet worden. Zwischen 1940 und 1945 wurden dort etwa 1,1 Millionen Männer, Frauen und Kinder ermordet.

Aufklärung im Netz: Das Konzentrationslager Auschwitz war im Zweiten Weltkrieg von den Nazis im besetzten Polen errichtet worden. Zwischen 1940 und 1945 wurden dort etwa 1,1 Millionen Männer, Frauen und Kinder ermordet.

(Bild: Keystone)

Ein Teil widme sich der Geschichte des Holocaust, der andere der Geschichte des Lagers, sagte Museumssprecher Pawel Sawicki am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP.

Demnach soll das Portal am Donnerstag starten. Es handle sich um ein Pilotprojekt, für das sich bereits 80 Studenten angemeldet hätten, hiess es. Der Unterricht soll zunächst über ein polnischsprachiges Lernportal erfolgen. Um das Angebot ausweiten und die Lehrmaterialien auch auf Englisch anbieten zu können, hofft das Museum nun auf finanzielle Hilfe. «Informationen im Internet sind manchmal wenig vertrauenswürdig, häufig sogar falsch oder unvollständig», sagte Projektleiter Jacek Marciniak. «Die Initiative ermöglicht nun den Zugang zu einem glaubwürdigen und fundierten Wissen.»

Kernanliegen des Museums

Das Konzentrationslager Auschwitz war im Zweiten Weltkrieg von den Nazis im besetzten Polen errichtet worden. Zwischen 1940 und 1945 wurden dort etwa 1,1 Millionen Männer, Frauen und Kinder ermordet, die grosse Mehrheit davon Juden. Insgesamt kamen während des Holocaust sechs Millionen Juden um.

Die Aufklärung über den Holocaust zählt zu den Kernanliegen des Museums. Das Internationale Auschwitz Komitee hatte am Dienstag zu Finanzhilfen für die Errichtung eines Dokumentationszentrums auf dem Gelände des früheren KZ aufgerufen. Das Projekt wird auf 6,3 Millionen Euro geschätzt. Das Zentrum mit einem Auditorium, mehreren Konferenzräumen und einer Bibliothek soll in einem ehemaligen Theater entstehen, das an das Gelände angrenzt.

Idee entstand am 60. Jahrestag der Befreiung

Im Theater hatten die Nazis Zyklon B gelagert, das zur Vernichtung der Juden verwendet wurde. Die Idee für das Zentrum entstand während der Feierlichkeiten zum 60. Jahrestag der Befreiung des Lagers. Aus Kostengründen konnte das Zentrum aber bislang nicht errichtet werden.

rek/AFP

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