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Vom Einpacker zum Internetstar

Das Bild des 15-jährigen Alex, während seiner Arbeit in einem Supermarkt aufgenommen, rast durchs Internet. Das kann üble Konsequenzen haben, wie andere Fälle zeigen.

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Sogar eine berühmte US-Moderatorin ist aufgesprungen: Der 15-jährige Alex mit Ellen De Generes in einem Target-Supermarkt. (Bild: Screenshot Twitter/Ellen DeGeneres)
Sogar eine berühmte US-Moderatorin ist aufgesprungen: Der 15-jährige Alex mit Ellen De Generes in einem Target-Supermarkt. (Bild: Screenshot Twitter/Ellen DeGeneres)

Eine Kundin knipste mit ihrem Handy den jungen Mann, der in einem Supermarkt der Kette Target die Einkäufe in Tüten packt, stellte das Foto online – und innert weniger Stunden haben mehrere Millionen Menschen das Bild gesehen. Der 15-jährige Alex Christopher LaBeouf wurde zur Internetberühmtheit – ungewollt und ohne etwas dafür zu tun. Unter dem Hashtag #alexfromtarget verschicken Leute auf der ganzen Welt sein Bild und ihre Gedanken dazu.

Mit diesem Tweet wurde Alex' Berühmtheit ausgelöst:

Weshalb ausgerechnet das Bild von Alex um die Welt geht, lässt sich kaum erklären. Ist es die Ähnlichkeit zu Teenie-Idol Justin Bieber? Eine Sympathiebekundung für den Schüler, der in seiner Freizeit in einem Supermarkt arbeitet? Eine blosse Laune des Internets?

So oder so: Stoppen lässt sich der Hype nicht. Sogar US-Moderatorin Ellen DeGeneres ist mittlerweile aufgesprungen. Sie traf Alex an seinem Arbeitsort im Target-Supermarkt – und verbreitete das Foto dazu natürlich auf Twitter:

Plötzlich wollen auch andere etwas vom Alex-Kuchen. Allen voran eine Marketingfirma aus Los Angeles, die behauptete, für die Verbreitung des Bildes verantwortlich zu sein. Wie die «Daily Mail» berichtet, schrieb der CEO auf Linkedin: «Gestern hatten wir auf Twitter Spass mit dem Hashtag #AlexFromTarget. Wir wollten sehen, wie gross der Einfluss von ‹Fangirls› ist.» Die Frau, die das Foto verbreitete, bestreitet jedoch, etwas mit der Firma zu tun zu haben. Der CEO hat mittlerweile zugegeben, dass weder Alex noch die junge Frau von der Firma angestellt sind, sondern die Firma bloss auf den Hashtag «aufgesprungen» sei.

Auch die junge Frau, die mit ihrem Tweet die Flut auslöste, musste zugeben, dass sie Alex' Foto nicht selber geknipst hat, sondern es auf der Fotoblogging-Plattform Tumblr gefunden hat. Wie «Daily Dot» recherchierte, tauchte das Bild bereits sechs Tage vor dem entscheidenden Post erstmals auf – ebenfalls auf Twitter, wo sich zwei Freundinnen über den hübschen jungen Mann unterhielten, den sie im Supermarkt sahen.

Die negativen Seiten der Berühmtheit

Die schnelle Berühmtheit kann auch nach hinten losgehen. Die «Washington Post» erinnert etwa an die 18-jährige Allison Stokke, die als «heisseste Stabhochspringerin» bekannt wurde. Sie bekam 1000 Nachrichten, Leute erstellten eine Internetseite und ein Video über sie, das auf Youtube mehrere Hunderttausendmal angeklickt wurde. In Chatforen schrieben Nutzer über sexuelle Fantasien mit Stokke. «Auch wenn nichts davon illegal ist, fühlt es sich sehr erniedrigend an», sagte sie.

Noch härter traf es Caitlin Seida. Sie verkleidete sich an Halloween vor ein paar Jahren als Lara Croft aus «Tomb Raider». Das Bild fand den Weg ins Internet, untertitelt mit der Bemerkung «Fridge Raider» – Kühlschrank-Plündererin. Das nur, weil Seida etwas fester ist, als es jemand mit ihrer Grösse sein sollte, wie sie selbst sagt. «Wir alle kennen das erniedrigende Gefühl, wenn eine Person über einen lacht», schrieb sie später in einem Kommentar für «Salon». «Dieses Gefühl wird zehnmal stärker, wenn man das Gefühl hat, alle lachen über einen.»

So weit ist es bei Alex noch nicht. Er freut sich über seine Popularität und verspricht auf Twitter, aktiver zu sein:

Anders seine Freundin: Sie hat wegen seiner Berühmtheit gar schon Morddrohungen erhalten.

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