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Unsichtbare Computer erobern unseren Alltag

Intelligente Armbänder, Gabeln, die unser Essverhalten aufzeichnen, und Gedanken lesende Kissen: Immer mehr Alltagsgegenstände enthalten Computer. Bald könnten wir sie gar nicht mehr als solche wahrnehmen.

Vibriert bei zu schneller Nahrungsaufnahme: Eine Frau nutzt eine intelligente Gabel. (Bild: Hapilabs)
Vibriert bei zu schneller Nahrungsaufnahme: Eine Frau nutzt eine intelligente Gabel. (Bild: Hapilabs)

Als intelligente Uhren und Armbänder kümmern sie sich um Fitness, Gesundheit und Sicherheit und versorgen uns mit immer besser auf Interessen, Ort und Zeit abgestimmten Informationen. Auch immer mehr Alltagsgegenstände – von der Glühbirne über die Essgabel bis zur Kuscheldecke – werden «intelligent».

«Die wichtigste Technik ist diejenige, die unsichtbar wird», erklärte der US-Forscher Mark Weiser bereits 1991. Er prägte damals mit dem sperrigen Begriff «ubiquitous computing» die Idee, dass Computer einst allgegenwärtig sind und gar nicht mehr als Computer wahrgenommen werden.

Dass seine Idee Realität geworden ist, zeigte sich dieser Tage an der weltgrössten Technikmesse in Las Vegas. An der Consumer Electronics Show (CES) wird nicht mehr von Computern geredet. Die Hersteller propagieren vielmehr intelligente Accessoires (Wearables), Alltagsbegleitern (Companions), Helfern (Assistants), Stimmungsmachern (Ambient Controller), Informanten und Biosensoren.

Alles-Mess-Armband

Nicht nur Sportler ziehen sich Computer in Form von modernen Armbändern an. Herstellern wie Atmos, Fitbit, Garmin, Jawbone, LG, Nike oder Razer bauen Rechenkapazität, Bildschirme und eine Unzahl Sensoren und den Armschmuck ein. Die Sportler-Bänder messen neben Puls auch Bewegungsrhythmus, Tempo, Kalorienverbrauch, Körpertemperatur und sogar Schlafgewohnheiten. Spezialmodelle zeichnen den Sauerstoffgehalt im Blut oder die Sonneneinstrahlung auf. LG hat es sogar geschafft, den Pulssensor in einem Ohrhörer unterzubringen.

Die smarten Sporthelfer übermitteln die Daten in Echtzeit und drahtlos an ein Smartphone. Dort werden die Informationen grafisch aufbereitet und auf Wunsch auch direkt an das persönliche Fitnessportal im Internet weitergeleitet. Dieses kümmert sich dann um Statistik, Trainings-Tipps und den direkten Vergleich mit Sportfreunden. Joggt man mit neuer persönlicher Rekordzeit auf den Lieblingshügel, wird so das soziale Umfeld automatisch per Twitter und Facebook informiert.

Dank Smartphone-Anbindung, Positionserkennung und sozialen Funktionen informieren kleine Displays am Armband über Nachrichten und Telefonanrufe. Die neuste Armbandgeneration verspricht sogar, in der Nähe sportelnde Kollegen zu lokalisieren oder Sportler mit ähnlichem Niveau zu erkennen und direkt zu kontaktieren. Die Sportarmbänder werden so zu Beziehungskupplern.

Die Sportarmbänder haben übrigens auch bereits die Tierwelt erobert, spezielle Modelle sorgen dafür, dass auch Katze und Hund nicht unbemerkt tageweise auf dem faulen Pelz liegen können.

Wer seine Kinder zu mehr Bewegung animieren will, kann ihnen eine kleine Streichholzschachtel als digitales Haustier schenken. Mit dem virtuellen Tierchen lässt sich nur spielen, wenn das Kind damit fleissig hüpft und rennt.

Schlaue Gabeln, Kuscheldecken und Glühbirnen

Inzwischen verstecken sich Computer auch in Alltagsgeräten, in denen man sie nie erwartet hätte. Die Gabel von Hapifork misst beispielsweise, wie schnell und wie viel man sich in den Mund schaufelt. Isst man zu schnell oder zu viel, vibriert sie.

Wer wissen will, was in seinem Kopf vorgeht, soll mit Muse seine Gehirnströme aufzeichnen können. Im smarten Kissen von Sleepow sorgt stattdessen Elektronik dafür, dass man mit besonders sanften binauralen Tönen in den Schlaf gewiegt wird. Für perfekten Schlaf soll auch Aura, das aus Matratzenauflage und Raumsensor besteht, sorgen. Es werden dabei Puls, Atmung und Bewegungen sowie Geräusche, Raum-Temperatur und Helligkeit kontrolliert. Morgens wird der Besitzer nicht aus dem Tiefschlaf geklingelt, sondern im perfekten Halbschlaf-Moment sanft geweckt.

Neuster Trend sind computerisierte Glühbirnen. Diese werden einfach in übliche Lampenfassungen geschraubt und drahtlos via Smartphone oder über Internetdienste gesteuert. Je nach Tageszeit und Laune werden dank farbfähiger LED-Technik und automatischer Steuerung mehrere Lampen raumfüllende Lichtstimmungen erzeugt. Auch Ereignisse, wie neue E-Mails, können optisch signalisiert werden. Automatische Dimm-Funktionen helfen beim Einschlafen oder wecken sanft. Dank kombinierter Intelligenz von Smartphones, Webdiensten und Glühbirnen geht zuhause sogar automatisch das Licht an, wenn man sich der Haustüre nähe

(SDA)

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