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«Und Sie, Larry, sollten sich eigentlich auch schämen»

Wikileaks-Gründer Julian Assange hat Fragen von Larry King zu den gegen ihn erhobenen Vergewaltigungsvorwürfen als «Sensationsjournalismus» verurteilt. Der Konter des Talkmasters folgte auf dem Fuss.

Verglichen mit dem Tod von 109'000 Menschen im Irak sei es nicht richtig, die Anschuldigungen gegen ihn zur Sprache zu bringen, sagte Assange in einem Interview mit King im US-Sender CNN. Es sei offensichtlich, dass «diese Dinge nicht im Verhältnis stehen». CNN solle sich schämen.

«Und Sie, Larry, sollten sich eigentlich auch schämen», sagte Assange weiter. Aus Protest gegen Fragen zu den Vorwürfen hatte Assange bereits am Wochenende ein Interview mit einer CNN-Journalistin abgebrochen. Larry King konterte allerdings souverän: «Alles, was Sie hätten sagen können, ist, 'diese Vorwürfe sind falsch'». Vergewaltigung sei kein «triviales Vergehen».

«Aus einer Datenbank des Pentagon»

Die jüngsten Enthüllungen über den Irak-Krieg seien die «aussergewöhnlichsten», die in «unserer Zivilisation jemals über die Geschichte eine Krieges veröffentlicht wurden», sagte Assange. Wikileaks hatte am Samstag fast 400'000 Geheimdokumente zum Irak-Krieg veröffentlicht. Die Unterlagen stammen laut der Internetplattform aus «einer Datenbank des Pentagon» aus der Zeit vom 1. Januar 2004 bis zum 31. Dezember 2009. Aus ihnen geht unter anderem hervor, dass die US-Armee trotz ihres Wissens von Folterungen von Gefangenen durch irakische Sicherheitskräfte nicht einschritt.

Im August war Assange in Schweden unter Vergewaltigungs- und Belästigungsverdacht geraten. Bislang erhob die Staatsanwaltschaft allerdings keine Anklage gegen den gebürtigen Australier. Bereits im Sommer bezeichnete Assange die Vorwürfe als «Schmierenkampagne »und mutmasste, dass die Vorwürfe als Rache für die Veröffentlichung geheimer US-Unterlagen zum Afghanistan-Einsatz auf seiner Webseite lanciert worden sein könnten. Zuvor hatte Wikileaks international Aufsehen mit der Veröffentlichung zehntausender geheimer US-Unterlagen zum Afghanistan-Einsatz erregt, die dem Portal von unbekannter Seite zugespielt worden waren.

AFP/rek

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