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Plagiatsaffäre: Wiki-Seite knöpft sich weitere Dissertationen vor

Die Seite GuttenPlag-Wiki untersuchte Guttenbergs Dissertation auf Plagiate. Nun wollen die Nutzer auch Doktorarbeiten von anderen Kabinettsmitgliedern überprüfen.

Verwaltungsgerichte gingen schon in weniger schweren Fällen von vorsätzlichem Handeln aus: Karl-Theodor zu Guttenberg bei seiner Rücktrittserklärung am 1. März.
Verwaltungsgerichte gingen schon in weniger schweren Fällen von vorsätzlichem Handeln aus: Karl-Theodor zu Guttenberg bei seiner Rücktrittserklärung am 1. März.
Reuters
Die Plagiatsaffäre hat ihn in die Knie gezwungen.
Die Plagiatsaffäre hat ihn in die Knie gezwungen.
Reuters
Guttenberg als DJ bei einem Fest der Jungen Union Bayern.
Guttenberg als DJ bei einem Fest der Jungen Union Bayern.
Keystone
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Der Skandal um den deutschen Verteidigungsminister wirft noch immer hohe Wellen. Nach der Doktorarbeit von Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) wollen Internetnutzer auch die Dissertationen von weiteren Spitzenpolitikern unter die Lupe nehmen. Von einer unabhängigen Initiative wurden am Donnerstag knapp 30 Doktorarbeiten vorgeschlagen, die nun ebenfalls auf mögliche Plagiate hin geprüft werden sollen. Ausdrücklich wird darauf hingewiesen, dass die Seite «nicht von den Initiatoren des GuttenPlag Wikis» eingerichtet wurde, das die Arbeit des Verteidigungsministers untersucht hatte.

Unter den zum Durchleuchten vorgeschlagenen Dissertationen befinden sich auch die Arbeiten von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Aussenminister Guido Westerwelle (FDP) sowie die fast aller anderen Kabinettsmitglieder mit Doktortitel. Eine erfolgreiche politische Karriere unter einem akademischen Titel fusse nicht zwangsläufig auf ehrlicher Arbeit, heisst es auf der Seite.

Ist Guttenberg ein Einzelfall?

Auf der Seite GuttenPlag-Wiki hatten Internetnutzer die Dissertation Guttenbergs in den vergangenen Tagen auf Fehler hin überprüft. Am Montag legten die Initiatoren einen Zwischenbericht vor, wonach auf 271 Seiten oder fast 70 Prozent der Dissertation mögliche Plagiate zu finden sind.

Nun wollen die Beteiligten prüfen, «ob es sich hierbei um einen bedauerlichen Einzelfall handelt, oder ob Herr Guttenberg in trauriger Gesellschaft weilt». Die Idee dahinter sei jedoch keinesfalls die Unterstellung, dass es sich bei den gelisteten Arbeiten um Plagiate handle, sondern um den Versuch einer öffentlichen Besprechung. «Ein Ideal-Ergebnis dieses Projektes wäre es, wenn alle überprüften Arbeiten wissenschaftlich korrekt entstanden sind», heisst es weiter.

In den zurückliegenden Wochen war öffentlich auch die Entstehung und Qualität der Doktorarbeit von Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) kritisch hinterfragt worden.

(dapd)

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