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Obama 2.0

Der neue Präsident verdankt seinen Erfolg auch einer ursprünglich für den gescheiterten demokratischen Kandidaten Howard Dean entwickelten Internetstrategie.

John McCain ist alles andere als begeistert vom Internet. Unumwunden gibt der gescheiterte Präsidentschaftskandidat zu, nicht mailen zu können. Was für ein Gegensatz zu Barack Obama. Das renommierte Technologiemagazin «Technology Review» hat den Online-Wahlkampf des neuen US-Präsidenten analysiert und kommt zum Schluss, dass Obamas Web-Strategie nicht nur Hillary Clinton und John McCain aus dem Weg geräumt hat, sondern wohl auch den neuen Regierungsstil prägen wird.

Die Erfolgsfaktoren sind laut «Technology Review»:

1. Obama engagierte den erst 25-jährigen Facebook-Mitbegründer Chris Hughes, der massgeblich am Aufbau der Plattform «my.barackobama.com» mithalf. Hughes und seine Mitstreiter setzten für diesen Onlinedienst auf eine Datenbank, die Listen von texanischen Freiwilligen auswies, sortiert nach kleinsten geografischen Einheiten. «So liessen sich die Helfer vor Ort dort einsetzen, wo sie am meisten ausrichten konnten», schreibt «Technology Review»-Autor David Talbot. Obama besiegte damit im März dieses Jahres seine parteiinterne Gegnerin Hillary Clinton, die damit ihre letzte Chance, Obama noch zu stoppen, zunichte machte.

2. Die Technik von «my.barackobama.com» wurde vom Unternehmen Blue State Digital entwickelt. Gemäss dem Informatiker Zephyr Teachout stammen sämtliche Tools, die für «my.barackobama.com» verwendet wurden, aus der Zeit von Howard Deans Wahlkampf. Howard Dean war der parteiinterne Gegner von John Kerry, der vor vier Jahren gegen George W. Bush den Kürzeren zog. Bevor Barack Obama am 10. Februar 2007 seine Kandidatur ankündigte, hatte Blue State Digital gerade mal neun Tage Zeit für die Renovation der Website. Die Bostoner Firma setzte auf Plattformstrategien à la Facebook und Myspace sowie auf SMS-Botschaften. Bis zum Ende des Wahlkampfs half die Plattform bei der Organisation von nicht weniger als 75'000 Wahlkampfveranstaltungen.

3. Obamas Team sammelte laut «Technology Review» allein über das Internet bis Juli 2008 Spendengelder in der Höhe von 230 Millionen Franken. Geld war bis zum Schluss für den neuen US-Präsidenten kein Problem.

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