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Mutmasslicher Kino.to-Chef vor Gericht

Der mutmassliche Chef des Internet-Filmportals muss sich in Leipzig vor Gericht verantworten.

Der mutmassliche Chef des illegalen Internetfilmportals Kino.to muss sich seit Dienstag vor dem Landgericht Leipzig verantworten. Die Generalstaatsanwaltschaft Dresden warf Dirk B. in ihrer Anklage vor, von Anfang 2009 bis Juni 2011 mehr als 1,1 Millionen Links zu Filmen öffentlich zugänglich gemacht und dabei gegen die Bestimmungen des Urheberrechts verstossen zu haben.

Die elfte Strafkammer hat zunächst vier Verhandlungstage anberaumt und für das Strafverfahren einen hinreichenden Tatverdacht nur für die öffentliche Wiedergabe der Filme festgestellt. Im April hatte sie den Programmierer von Kino.to zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und zehn Monaten verurteilt.

Auf russische Server ausgewichen

Schon im Dezember vergangenen Jahres hatte das Amtsgericht Leipzig drei ehemalige Mitarbeiter des illegalen Internetportals zu Haftstrafen bis zu drei Jahren und fünf Monaten verurteilt. Ein vierter Mann erhielt eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und neun Monaten.

Bei Kino.to handelte es sich um eine Internetseite, auf der sich sogenannte Links befanden. Mit diesen Verweisen auf andere Internetseiten wurden die Nutzer des Portals zu den Servern umgeleitet, auf denen die Betreiber Filme und Fernsehserien gespeichert hatten. Zunächst waren Server in den Niederlanden angemietet worden, später wichen die kino.to-Betreiber auf russische Server aus, um möglicher Strafverfolgung zu entgehen.

Keine Downloads

Bei Kino.to handelte es sich um ein Streamingangebot. Das bedeutet, dass die Nutzer die Filme und TV-Serien nicht auf ihre eigenen Computer heruntergeladen haben, sondern als Datenstrom betrachten konnten. Einnahmen erzielten die Betreiber vor allem aus Werbung, die in der Regel als Werbebanner auf der Seite auftauchte. Beim Anklicken dieser Banner wurden die Nutzer wiederum auf andere Internetseiten umgeleitet. Teilweise versteckten sich dahinter teure Abofallen.

Die Werbung auf den Seiten von Kino.to war von einem Wiener Unternehmer organisiert worden. Er soll monatlich Werbeeinnahmen in Höhe von rund 150'000 Euro an die Kino.to-Betreiber überwiesen haben. Täglich waren mehr als vier Millionen Nutzer auf der Seite, um sich Filme und Fernsehserien kostenlos anzusehen.

dapd/rek

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