Zum Hauptinhalt springen

Mit Google zu Besuch in einer Geisterstadt

21'000 Einwohner hatte der unweit von Fukushima gelegene Ort Namie. Nach dem Tsunami wurde er zur Geisterstadt, in die niemand mehr einen Fuss setzte – bis auf die Fotografen von Google Street View.

Trümmerhaufen und leere Strassen: Die im Sperrgebiet aufgenommenen Bilder zeigen, ...
Trümmerhaufen und leere Strassen: Die im Sperrgebiet aufgenommenen Bilder zeigen, ...
Screenshot Google Street View
... das Ausmass der Zerstörung, das der Tsunami vor zwei Jahren an der Ostküste Japans hinterlassen hat.
... das Ausmass der Zerstörung, das der Tsunami vor zwei Jahren an der Ostküste Japans hinterlassen hat.
Screenshot Google Street View
Rechts von der Strasse, die aus dem Dorf hinaus führt, türmen sich die Trümer, links ist ein vom Tsunami angespültes Boot zu sehen.
Rechts von der Strasse, die aus dem Dorf hinaus führt, türmen sich die Trümer, links ist ein vom Tsunami angespültes Boot zu sehen.
Screenshot Google Street View
1 / 6

Internetnutzer können ab sofort einer Stadt in der Sperrzone um das havarierte Atomkraftwerk Fukushima einen virtuellen Besuch abstatten. Der Ort Namie, der einst 21'000 Einwohner hatte, ist seit Donnerstag im Strassenfoto-Dienst Google Street View zu sehen, wie der US-Internetkonzern mitteilte. Die Bilder zeigen die vollkommen verwaiste Stadt, die von ihren Bewohnern nach dem verheerenden Erdbeben und Tsunami vor zwei Jahren und dem anschliessenden GAU im AKW Fukushima fluchtartig verlassen wurde.

Namie liegt in der strahlenverseuchten, immer noch komplett evakuierten Zone rund um das teilweise zerstörte AKW. Auf den Strassen stehen kaum Autos, in Blumenkästen vor den Häusern hängen verdorrte Pflanzen. Teilweise liegen Trümmer in der Stadt. Auf den Strassen um Namie ist das durch die Flutwelle komplett platt gewalzte Land zu sehen. Verstreut liegen dort Fischerboote, die vom Tsunami weit an Land geschwemmt wurden.

Mit Schutzanzügen unterwegs

Die Idee für die besondere Aktion hatte nach eigenen Angabe der Bürgermeister von Namie, Tamotsu Baba. Er kontaktierte Google, das Unternehmen schickte anschliessend ein Team mit den Spezialautos für die Street-View-Aufnahmen. Die Techniker befuhren mit einer Sondergenehmigung die Sperrzone. Sie trugen Schutzanzüge und verliessen nie ihre Fahrzeuge.

«Die Welt bewegt sich, sie richtet ihren Blick auf die Zukunft. Aber hier ist die Zeit angehalten», schrieb Baba in einem Beitrag im offiziellen Blog von Google Japan. «Ich hoffe, dass diese Strassenbilder den künftigen Generationen zu verstehen helfen, was das grosse Erdbeben und die Atomkatastrophe hier angerichtet haben.»

Im Atomkraftwerk Fukushima im Nordosten Japans war es infolge des verheerenden Erdbebens und Tsunamis am 11. März 2011 in einigen Reaktoren zur Kernschmelze gekommen. Es war das folgenschwerste Atomunglück seit der Katastrophe von Tschernobyl im Jahr 1986.

(AFP)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch