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Hacker-Selbstmord zieht weite Kreise

Das renommierte Massachusetts Institute of Technology (MIT) sieht sich nach dem Selbstmord von Aaron Swartz mit heftigen Vorwürfen konfrontiert.

Das Massachusetts Institute of Technology (MIT) will Dokumente zum Verfahren gegen den Hacker Aaron Swartz öffentlich machen, der sich angesichts eines drohenden Prozesses am 11. Januar das Leben genommen hat.

MIT-Präsident L. Rafael Reif schrieb am Dienstag in einer E-Mail an Angehörige der Hochschule, die Dokumente sollten «im Geist der Fairness und verantwortungsvoll ausgewogen» veröffentlicht werden. Namen von Mitarbeitern und Informationen zu Schwachstellen im Netz würden geschwärzt. Swartz wurde beschuldigt, sich ins MIT-Netz gehackt zu haben und Millionen von Artikeln der wissenschaftlichen Datenbank JSTOR heruntergeladen zu haben.

Bereits als 14-Jähriger aktiv

Die Anwälte für den Nachlass von Aaron Swartz haben beim Bundesgericht in Boston beantragt, die Dokumente ohne die Schwärzung von Namen freizugeben. Sie wollen so sichtbar machen, dass sich Swartz im Sinne der Open-Access-Bewegung lediglich für den freien Zugang zu wissenschaftlichen Inhalten eingesetzt habe und nicht wegen Computerkriminalität hätte belangt werden dürfen. Der Netzaktivist setzte sich sein Leben lang für den freien Zugang zu Internetinhalten ein, bereits als 14-Jähriger beteiligte er sich an der Entwicklung der RSS-Technik für die fortlaufende Bereitstellung aktueller Informationen im Netz.

Das MIT sieht sich mit heftigen Vorwürfen konfrontiert, zu eng mit den Ermittlungsbehörden zusammengearbeitet zu haben. Die renommierte Hochschule will deswegen einen Bericht über ihre eigene Rolle in dem Fall vorlegen, damit wurde der Wissenschaftler Hal Abelson beauftragt. Die Dokumente sollen zum gleichen Zeitpunkt wie dieser Bericht veröffentlicht werden.

«Ein Muster der Einschüchterung und persönlichen Drohungen»

«In der Zeit seit dem Selbstmord von Aaron Swartz haben wir ein Muster der Einschüchterung und persönlichen Drohungen erlebt», schrieb Reif. Daher habe er die Verantwortung, die Privatsphäre und persönliche Unversehrtheit von Hochschulmitgliedern zu schützen. Die Familie von Swartz hat den Selbstmord als «Ergebnis eines kriminellen Justizsystems voller Einschüchterung und übermässiger Strafverfolgung» bezeichnet.

SDA/rek

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