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Google lieferte Wikileaks-Mails an US-Behörden

Der Internetkonzern hat E-Mails und andere Informationen von Wikileaks-Mitarbeitern an US-Ermittler weitergegeben. Die Whistleblower protestieren scharf.

Seit der Gründung im Visier der US-Behörden: Wikileaks, hier ein Screenshot der Webseite mit dem Bild von Julian Assange. (Archiv)
Seit der Gründung im Visier der US-Behörden: Wikileaks, hier ein Screenshot der Webseite mit dem Bild von Julian Assange. (Archiv)
Keystone

Enthüllungsversuche gegen die Enthüllungsplattform: Google hat offenbar E-Mails und andere Informationen von drei Wikileaks-Mitarbeitern an US-Ermittler weitergegeben. Die Enthüllungsplattform veröffentlicht die Durchsuchungsbefehle, die der Internetkonzern den Betroffenen mittlerweile zugesandt hat.

Ein US-Gericht ordnete demnach an: Google müsse alle E-Mails, Kontaktlisten, gelöschte Nachrichten und Entwürfe der drei Nutzer herausgeben. Ausserdem sollte Google die IP-Adressen weitergeben, unter denen sich die Nutzer auf ihren E-Mail-Konten eingeloggt hatten.

Hochrangige Mitarbeiter anvisiert

Die Anordnung betrifft unter anderem Wikileaks-Mitarbeiterin Sarah Harrison, die als engste Beraterin von Julian Assange gilt, und den Sprecher der Organisation, Kristinn Hrafnsson.

Aus den Unterlagen geht hervor, dass die USA unter anderem wegen Spionage und Diebstahl von Regierungseigentum gegen die Wikileaks-Mitarbeiter ermittelten. Die Anordnungen stammen bereits aus dem Jahr 2012.

Wikileaks zeigte sich empört, dass Google mehr als zwei Jahre gewartet habe, um die Organisation über die Durchsuchungen zu informieren. In einem Brief an Google erklärten Anwälte der Wikileaks-Mitarbeiter, sie seien «erstaunt und beunruhigt» darüber.

Sie forderten weitere Informationen von dem Internetkonzern. Google war den Angaben zufolge rechtlich verpflichtet, den Durchsuchungsbefehl vor den betroffenen Nutzern geheim zu halten.

SDA/spu

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