Google darf weiter Bücher digitalisieren

Über 20 Millionen Bücher hat Google seit 2004 bereits für Google Books digitalisiert. Ein Gericht in New York hat nun eine Klage gegen diesen Dienst abgelehnt. Doch Google droht bereits der nächste Prozess.

«Wichtige Erziehungszwecke»: Google Books auf einem Android-Gerät.

«Wichtige Erziehungszwecke»: Google Books auf einem Android-Gerät.

(Bild: Reuters)

Im Streit um die Digitalisierung und Verbreitung von Millionen Büchern im Internet hat Google in den USA einen wichtigen juristischen Sieg errungen. Ein Richter in New York untermauerte das Recht des Suchmaschinenbetreibers, Bücher zu digitalisieren, wenn sie aktuell nicht über ein bestimmtes Copyright geschützt werden.

Die Klage, über die Richter Denny Chin zu entscheiden hatte, war von der US-Autorenvereinigung Authors Guild eingereicht worden. Google hat für seinen Internetdienst Google Books seit 2004 mehr als 20 Millionen Bücher digitalisiert, um sie im Internet zur Verfügung zu stellen.

Richter Chin befand, dies sei ein «fairer Umgang» mit den Büchern, Google erschliesse seinen Nutzern damit «neue Recherchemöglichkeiten». Wenngleich Google das Digitalisieren zu kommerziellen Zwecken betreibe, diene das Verfahren zugleich «wichtigen Erziehungszwecken».

Ein Unternehmenssprecher reagierte «begeistert» auf den Urteilsspruch; Google ermögliche es den Nutzern, den Zugang zu Büchern zu finden, um diese «zu kaufen oder auszuleihen».

Klage gegen Google-Bilderdienst

Unterdessen wurde bekannt, dass bei der EU-Kommission eine Klage gegen den Google-Bilderdienst einging. Der Kläger, das Centre of the Picture Industry (Cepic), beklagt gegenüber der EU-Kommission, dass Google «immer häufiger Bilder ohne Einverständnis der Rechteinhaber und bisweilen sogar gegen deren ausdrücklichen Willen» nutze.

Die Nachrichtenagentur AFP erhielt Einblick in die Klage, die bereits in der vergangenen Woche eingereicht wurde. Die EU-Kommission muss nun darüber entscheiden, ob sie die Klage weiterverfolgen will.

Google: Rechte-Inhaber haben Kontrolle

Laut Cepic, eine Interessengruppe Hunderter Fotoagenturen und Bilderdatenbanken wie Getty Images oder Corbis, hat die neue Version von Google Bilder, die seit Januar 2013 betrieben wird, zur Folge, dass ungezählte Bilder im Originalformat und mit hoher Auflösung heruntergeladen werden können, ohne auf die ursprüngliche Quelle zurückzugreifen.

Google-Sprecher Al Verney sagte, die Fotografen und sonstigen Rechte-Inhaber hätten «vollständige Kontrolle» über ihre Bilder. Sie könnten sich aussuchen, ob ihr Bilder für die Internet-Recherche erschlossen würden.

kpn/sda

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