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Für einen einzigen Dollar

Einmal baute er einen Tintenstrahldrucker aus Lego. Und vielleicht ist es genau dieser jugendliche Erfindungsdrang des Google-Mitgründers Larry Page, den der weltgrösste Internet-Konzern jetzt wieder braucht.

Google-Triumvirat: Sergey Brin, Eric Schmidt und Larry Page (von links).
Google-Triumvirat: Sergey Brin, Eric Schmidt und Larry Page (von links).

Mit 38 Jahren tritt Page als neuer Chef von Google gegen Rivalen wie Facebook und Groupon an, deren Chefs noch in ihren Zwanzigern sind. «Eine Rückkehr zu den Wurzeln ist genau das, was das Unternehmen braucht», sagt Analystin Tricia Salinero von Newforth Partners. Denn in den vergangenen Jahren sei etwas von dem Zauber verloren gegangen, der Google einst innegewohnt habe.

Page wird von Kennern als der von Ideen angetriebene Motor von Google beschrieben. Als ungeduldig. Als hoch konzentriert. Nach seinem Maschinenbau-Studium an der University of Michigan (wo er den Lego-Drucker baute) ging er nach Stanford (wo er nun aber Google zufolge eine Auszeit von seiner Doktorarbeit nimmt).

Neuer alter Chef

Zusammen mit seinem Kommilitonen Sergey Brin gründete er 1998 Google - der «PageRank»-Algorithmus, das Herz der Suchmaschine, trägt seinen Namen. Bis Juli 2001 war er schon mal Chef, bevor er den Job an den erfahrenen Mananger Eric Schmidt von Novell abgab. Page war 28 Jahre alt, Schmidt 46.

«Das war einfach die Art, wie so etwas damals gemacht wurde», sagt Paul Buchheit, ein Mitarbeiter der ersten Stunden, der als Schöpfer des Google-E-Maildienstes Gmail gilt. «Alle waren der Meinung, dass man einen Chef anheuerte, wenn die Firma von zwei Kids gegründet wurde.»

«Danach suchen gute Investoren jetzt»

Inzwischen ist es Mode, den Gründer an der Spitze zu haben. «Danach suchen gute Investoren jetzt», sagt Buchheit. Diese Struktur habe sich bewährt. Reibereien mit dem zweiten Gründer Brin werden nicht erwartet.

«Mein Eindruck war schon immer, dass Larry mehr das Talent für das Operative hatte, den Umgang mit der Presse, und so weiter», sagt Salinero. Vermutlich habe Brin auch keine Lust, so sehr im Rampenlicht zu stehen.

Trotz Minilohn Multimilliardäre

Beide Männer erhalten einen Dollar Jahresgehalt, verfügen jedoch je über etwa 29 Prozent der Stimmrechte bei Google, ein Konzern mit einem Börsenwert von mehr als 200 Milliarden Dollar. Sie nehmen gemeinsam Platz 24 auf Forbes-Liste der Reichen ein.

Analysten gehen davon aus, dass Page inzwischen der Aufgabe als Chef gewachsen ist. Er hätte das Ruder schon vor Jahren übernehmen können, sagt Analyst Rob Enderle von der Enderle Group. «Er hat genauso Chef-Kaliber wie Bill Gates es bei Microsoft hatte.»

Der bisherige Google-Chef Schmidt hat gar keine Zweifel. Er scherzte er bei der Ankündigung des Wechsels, eine tägliche Aufsicht durch Erwachsene sei jetzt nicht mehr nötig.

(SDA)

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