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Ein eiskalter Boss

Der Facebook-Chef mag es kühl: In Mark Zuckerbergs Arbeitsumgebung ist es 15 Grad kalt. In den internationalen Medien ist darob eine Debatte entbrannt: Welche Raumtemperatur ist eigentlich die richtige?

Wer mit ihm arbeitet, muss sich warm anziehen: Facebook-Chef Mark Zuckerberg. (26. Mai 2011)
Wer mit ihm arbeitet, muss sich warm anziehen: Facebook-Chef Mark Zuckerberg. (26. Mai 2011)
Charles Dharapak, Keystone

Wer mit Mark Zuckerberg zusammenarbeitet, sollte sich warm anziehen: Wie die «Times» berichtet, steht der Firmenchef auf Temperaturen von 15 Grad. Dies schreibt «Times»-Autorin Janice Turner, welche Faceboook-Managerin Sheryl Sandberg in der Firmenzentrale im Silicon Valley besucht hat. Zuckerberg wie Sandberg hätten darum immer eine Jacke über den Stuhl hängen. Letztere leide unter den niedrigen Temperaturen.

Höhere Aufmerksamkeit?

Die genauen Gründe für das 15-Grad-Prinzip im ersten Stock des Hauptquartiers bleiben jedoch offen. Denkbar ist, dass das Unternehmen schlicht Heizkosten sparen will. Wahrscheinlicher ist, dass man mit dem Temperatursturz die Aufmerksamkeit der Mitarbeiter hoch halten will.

Studien kommen jedoch zu einem anderen Ergebnis: Die Universität Cornell hat 2004 errechnet, dass die optimale Temperatur für maximale Produktivität bei 25 Grad liegt. Bei dieser Umgebung beträgt die Fehlerrate beim Tippen 10 Prozent, sinkt die Temperatur auf 20 Grad, liegt sie schon bei 54 Prozent. Andere Studien wie jene des britischen Chartered Institute of Building Services Engineers kommt auf 20 Grad. Die Helsinki University of Technology empfiehlt 22 Grad.

In der Schweiz wurden Temperaturwerte definiert: Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) hat in einer Wegleitung zum Arbeitsgesetz eine Tabelle veröffentlicht, die Lufttemperaturen abgestuft nach Art der Tätigkeit zeigt (siehe Tabelle). So werden beispielsweise für eine sitzende, vor allem geistige Tätigkeit 21 bis 23 Grad empfohlen.

Kühlere Temperaturen in Sitzungszimmern können nützlich sein

Mit 15 Grad liegt Facebook trotz den unterschiedlichen Studienergebnissen also deutlich unter dem empfohlenen Minimalwert – und sorgt damit auch für Kritik. So meint Lucy Kellaway von der «Financial Times», dass die Massnahme viel über die Kultur in Silicon Valley aussagt.

Von den empfohlenen 25 Grad der Cornell-Studie hält sie jedoch wenig. Das sei viel zu gemütlich zum Arbeiten. Bei kühlen Raumtemperaturen, besonders in Sitzungsräumen, würde man sich mehr konzentrieren. Auch die BBC hat sich mittlerweile der Thematik angenommen: 15 Grad wären in Grossbritannien gar nicht erlaubt, gesetzlich sei auf der Insel eine Mindesttemperatur von 16 Grad vorgeschrieben.

Trotzdem begehrter Arbeitgeber

Die Temperaturen nehmen Zuckerbergs Angestellte wohl in Kauf. Jobs im Silicon Valley sind begehrt und wie Google gilt auch Facebook aufgrund der Infrastruktur als beliebtes Unternehmen. Bei Facebook gibts rund um die Uhr kostenloses Essen, ungewöhnlich gestaltete Arbeitsplätze und weitere verspielte Elemente und Annehmlichkeiten, die man von IT-Konzernen in den USA kennt.

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