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Das «Googirl» wechselt zu Yahoo

Mit der Einstellung von Marissa Mayer gelingt dem angeschlagenen Unternehmen ein Coup: Sie gilt als eine der besten Führungskräfte in der Branche, ist ein Mathematik-Ass mit Mega-Gedächtnis – und schwanger.

Sie und ihr Team hätten die Datenpannen falsch verwaltet: Yahoo-CEO Marissa Mayer. (4. Mai 2015)
Sie und ihr Team hätten die Datenpannen falsch verwaltet: Yahoo-CEO Marissa Mayer. (4. Mai 2015)
Bennett Raglin/Getty Images, AFP
Ist am 11. Dezember 2015 Mutter von Zwillingen geworden: Marissa Mayer hier beim WEF in Davos.
Ist am 11. Dezember 2015 Mutter von Zwillingen geworden: Marissa Mayer hier beim WEF in Davos.
Laurent Gillieron, Keystone
Zu Besuch bei First Lady Michelle Obama. (Archivbild)
Zu Besuch bei First Lady Michelle Obama. (Archivbild)
AFP
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Die langjährige Google-Spitzenmanagerin Marissa Mayer soll das Ruder beim angeschlagenen Internetkonzern Yahoo herumreissen. Die 37-Jährige werde heute als Vorstandsvorsitzende bei Yahoo anfangen, teilte das Unternehmen gestern mit. Mayer war eine der dienstältesten Mitarbeiter bei Google. Zuletzt war sie unter anderem für den Kartendienst des Suchmaschinenanbieters zuständig. Mayer ist die fünfte Person auf dem Yahoo-Chefsessel in ebenso vielen Jahren.

«Ich bin unglaublich begeistert, morgen meine neue Rolle bei Yahoo anzutreten», twitterte Mayer gestern Nachmittag. Als Yahoo sie am 18. Juni wegen des CEO-Jobs erstmals kontaktiert habe, sei sie nicht daran interessiert gewesen, Google zu verlassen, sagte Mayer der Nachrichtenagentur AP. Doch die Herausforderung habe sie zunehmend gereizt. Vor der Ankündigung der Personalie galt Interimschef Ross Levinsohn als Favorit für den Posten. Der 48-Jährige hatte den Vorstandsvorsitz übernommen, nachdem Scott Thompson wegen falscher Angaben zu seinem Lebenslauf den Hut nehmen musste.

Yahoo-Verwaltungsratsvorsitzender Fred Amoroso sagte, die beispiellose Erfolgsgeschichte Mayers bei Technologie, Design und Produktausführung habe das Gremium überzeugt. Das Unternehmen zeigt sich fortschrittlich: Marissa Mayer ist schwanger, Geburtstermin: 1. Oktober. Allerdings wolle sie nur wenige Wochen in Mutterschaftsurlaub gehen, sagte sie gegenüber «Fortune».

Mayer gilt als eine der besten Führungskräfte in der Branche. Sie ist ein Mathematik-Ass mit einem beeindruckenden Gedächtnis und einem guten Auge für Design. Mayer kam 1999 als 20. Mitarbeiter zu Google. Sie half den Google-Gründern Larry Page und Sergey Brin bei der Verbesserung ihrer Suchmaschinen-Technologie, um Yahoo den Rang abzulaufen, ihr Spitzname lautet auch «Googirl». Mit Page war sie drei Jahre lang liiert. Beide sind jedoch mittlerweile anderweitig verheiratet.

Page: «Wir werden ihre Talente vermissen»

«Wir werden ihre Talente vermissen», erklärte Google-CEO Page. Google-Verwaltungsratsvorsitzender Eric Schmidt lobte Mayer als «sehr innovativ und eine echte Perfektionistin, die immer nur das Beste für die Nutzer will». Yahoo habe eine ausgezeichnete Wahl getroffen. Mayer sagte, es sei ein bittersüsser Tag für sie. «Google ist wirklich meine Familie. Sie haben mein Leben geprägt.»

Mayer ist schon die zweite Google-Topmanagerin, die zur Konkurrenz wechselt. Sheryl Sandberg, die bei Google die Online-Werbung auszubauen half, ging 2008 zu Facebook, um leitende Geschäftsführerin zu werden.

Analysten halten die Abwerbung Mayers für einen bei Yahoo selten gewordenen gelungenen Schachzug. «Sie bringt grosse Führungsstärke mit und ist sehr beliebt im Silicon Valley», sagte Gartner-Marktforscher Allen Weiner. Top-Priorität für sie müsse jetzt haben, Levinsohn zu halten, der bereits zum zweiten Mal übergangen wurde. «Wenn er geht, wird es einen Exodus geben», prognostizierte Weiner.

Yahoo legt heute Zahlen für das zweite Quartal vor. Die Aktie schloss gestern bei 15,65 Dollar.

dapd/kle/wid

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