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Anonymous droht, vertrauliche Dokumente zu veröffentlichen

Eine Website des US-Justizministeriums war von Hackern gekapert worden. Die Gruppe Anonymous gab nun bekannt, für die Tat verantwortlich zu sein – und kündigte Rache für den Tod von Aaron Swartz an.

Von Anoymous lahmgelegt: Screenshot der Website der Sentencing Commission. (26. Januar 2013)
Von Anoymous lahmgelegt: Screenshot der Website der Sentencing Commission. (26. Januar 2013)
Keystone

Aus Rache für den Tod des 26-jährigen Internetaktivisten Aaron Swartz hat die Hackergruppe Anonymous dem US-Justizministerium mit der Veröffentlichung vertraulicher Dokumente gedroht. Die Gruppe teilte mit, in die Internetseite der zum Ministerium gehörenden Sentencing Commission eingedrungen zu sein. Die Website der unabhängigen Behörde, die Grundsätze für Strafbemessungen ausarbeitet, war am Samstag blockiert. Anonymous warf dem Ministerium vor, im Fall des jungen Internetaktivisten übertrieben hart vorgegangen zu sein.

Der als Internet-Genie gefeierte Mitbegründer der Social-News-Website Reddit und des Onlinedienstes RSS hatte sich kurz vor dem Beginn eines Strafprozesses wegen Datendiebstahls das Leben genommen. Swartz, der sich für den freien Zugang zu Inhalten im Internet einsetzte, wurde vorgeworfen, Millionen literarischer und wissenschaftlicher Artikel von einer kommerziellen Datenbank gestohlen zu haben. Er hatte die Daten mithilfe eines im Massachusetts Institute of Technology (MIT) versteckten Computers heruntergeladen. Ihm drohten bei einer Verurteilung bis zu 35 Jahre Haft sowie eine Geldbusse von 753'000 Euro.

«Spaltbares Material für mehrere Atomsprengköpfe»

In einem Video auf dem Internetportal Youtube kritisierte Anonymous scharf die «unverhältnismässige strafrechtliche Verfolgung» von Hackern. Sie erklärte, auch in weitere Netze der Regierung eingedrungen zu sein und vertrauliche Dokumente kopiert zu haben: Sie habe «spaltbares Material für mehrere Atomsprengköpfe» für einen Angriff auf das Justizministerium und andere Regierungsbehörden gesammelt, die in die «Rechte und Freiheiten des Einzelnen» eingriffen. Das FBI leitete nach eigenen Angaben Ermittlungen ein.

AFP/kpn

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