Mark Zuckerbergs Intimfeinde verlieren Rechtsstreit

Die Winklevoss-Zwillinge beanspruchen die Idee für Facebook für sich. Ein sechsjähriger Rechtsstreit war die Folge. Das Gericht hat nun ein unmissverständliches Urteil gefällt.

Weniger Erfolg auf dem Rechtsweg: Cameron Winklevoss (links) und Tyler Winklevoss vor dem Gerichtsgebäude in San Francisco.

Weniger Erfolg auf dem Rechtsweg: Cameron Winklevoss (links) und Tyler Winklevoss vor dem Gerichtsgebäude in San Francisco.

(Bild: Reuters)

Im Rechtsstreit um die Erfindung von Facebook hat ein US-Bundesgericht eine Berufungsklage der Winklevoss-Zwillinge abgewiesen. Sie beanspruchten die Idee zu dem milliardenschweren Online-Netzwerk für sich. Das Gericht in San Francisco im Bundesstaat Kalifornien erklärte am Montag, Tyler und Cameron Winklevoss seien «nicht die ersten von einem Wettbewerber ausgestochenen Parteien, die auf dem Rechtsweg das zu erlangen versuchen, was sie im Markt nicht erreichen konnten». Der Moment, an dem der Rechtsstreit beendet werden müsse, sei nun gekommen. Die Facebook-Aktie stieg kurz nach der Urteilsverkündung.

Die Winklevoss-Zwillinge werfen Facebook-Gründer Mark Zuckerberg vor, während der gemeinsamen Studienzeit an der US-Eliteuni Harvard im Jahr 2003 ihre Idee zum sozialen Online-Netzwerk ConnectU gestohlen zu haben. Facebook weist diese Darstellung zurück. Die Brüder hatten mit Facebook vor zwei Jahren einen Vergleich in Höhe von rund 65 Millionen Dollar geschlossen, zogen aber erneut vor Gericht, weil der Wert von Facebook inzwischen um ein Mehrfaches gestiegen ist. Dieser Vergleich soll laut dem Gericht aufrechterhalten werden.

Kaum eine Chance auf Weiterzug

Aufgeben wollen die Winklevoss-Zwillinge dennoch nicht. Ihr Anwalt hat angekündigt den Fall weiterzuziehen. Laut Experten ist die Chance, dass der Rechtsfall bis vors Oberste Gericht kommt minimal, wie die «Los Angeles Times» schreibt. Für den Rechtsprofessor Robert Battley sei dieser Fall bereits mit dem Vergleich zu Ende gegangen. Dadurch habe sich der Weiterzug auf dem Rechtsweg erschwert. So würden Vergleiche von US-Gericht nur in seltenen Fällen umgestossen.

Hollywood hatte die Geschichte der umstrittenen Facebook-Gründung in dem Drama «The Social Network» verfilmt, das im Februar mit drei Oscars ausgezeichnet wurde. Mark Zuckerberg scheint derweil den Fall schon lange abgehakt zu haben. Er habe sich schon zu Beginn des Rechtsstreits kaum Sorgen um diesen gemacht. Nun tue ihm einzig leid, dass die Winklevoss-Zwillinge die Sache immer noch nicht vergessen hätten, sagte er kürzlich in einem Interview mit CBS.

jak

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