Das kann Googles neuer Chrome-Browser

Google Chrome hat zum Zehnjährigen eine Generalüberholung bekommen. Eine Neuerung wurde schon wieder zurückgenommen.

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Runder auf dem Mobile und am Desktop: Der neue Chrome-Browser. (Bild: Screenshot Google)

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Am 2. September 2008 brachte Google seinen Browser Chrome auf den Markt, der in der Folge zum beliebtesten Browser weltweit avancierte, derzeit hat er rund 60 Prozent Marktanteil. Auch in der Schweiz wird Chrome rege genutzt, auf Desktop-Geräten ist er klar Klassenprimus. Und: Zum Zehnjährigen gab es jetzt eine Generalüberholung in Design und Funktion – mit einigen umstrittenen Updates.

Zuerst zum Offensichtlichsten: Chrome ist runder geworden. Auf dem Desktop erinnern die Tabs ein wenig an alte Firefox-Reiter, und die Rundung beim Adressfeld (bei Google heisst sie Omnibox, weil sie unter anderem auch als Suchfeld fungiert) hat man so ähnlich schon mal bei Safari gesehen. Das alles wirkt einerseits gewöhnungsbedürftig, andererseits auch sehr aufgeräumt. Letzteres liegt wohl auch daran, dass sich sonst wenig unnötige Designelemente rund um Lesezeichen und Extensions finden. Hervorhebungen finden sich hier lediglich, wenn man mit der Maus darüberfährt.

Auf dem Smartphone fällt die Fussleiste auf, die neben Vor- und Zurück-Buttons auch geöffnete Tabs, weitere Funktionen und die Omnibox (es öffnet sich die Tastatur) als Suchfeld auswählen lässt. Hier stand ganz klar auch Safari Pate. Scrollt man hier nach unten, wird die Fussleiste ausgeblendet, scrollt man nach oben, kommt sie zurück ins Bild. So ungewöhnlich dieses Bedienelement auf den ersten Blick für eingefleischte Chrome-Nutzer erscheinen mag, es erleichtert die Navigation mit dem Daumen.

Google rudert bei der Adresszeile zurück

Was vielleicht nicht auf den ersten Blick auffällt: Die neue Version 69 beinhaltet ebenfalls eine neue Farbpalette und neue Symbole. Besonders die Website-Icons in den Tabs werden besser dargestellt, sodass sie selbst bei vielen geöffneten Reitern noch sichtbar sind – der Selbstversuch zeigt: Sogar bei über 90 Tabs sind noch alle Website-Icons sichtbar. Verbesserungen soll es auch beim Passwort-Manager gegeben haben, die sich allerdings nicht sofort erschliessen. Die wahrscheinlich interessanteste Neuerung hier: Wenn ein neues Passwort erstellt werden muss, macht Chrome einen automatisch generierten Vorschlag.

Eine weitere Neuerung betrifft die Omnibox: So werden jetzt einfache Suchergebnisse wie zum Beispiel eine Wetterabfrage, Rechenaufgaben oder der Dollarkurs direkt dort angezeigt. Diese Funktion war zwar bereits früher verfügbar, jetzt wird sie anscheinend standardmässig angeboten. In einer zukünftigen Version soll es dann übrigens auch möglich sein, in der Omnibox direkt nach Dateien in Google Drive zu suchen.

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Das wohl grösste Ärgernis im grossen Chrome-Update wurde übrigens schon wieder entfernt: Die neue Darstellung von Website-Adressen hatte für die meiste Kritik gesorgt. So wie im Safari-Browser auch sollten die URL nicht mehr vollständig, sondern abgekürzt dargestellt werden. So fielen zum Beispiel die Adressbestandteile https://, www. und alle Verweise auf Unterseiten (alles, was nach dem .ch/ kommt, beispielsweise) in der Darstellung weg. Erst beim Klicken respektive Tippen in die Omnibox wurde die vollständige Adresse sichtbar. Die Begründung: Dies sei für den Nutzer irrelevante Information. Das stimmt so natürlich nicht ganz, kann die Domain www.domain.ch doch auf eine ganz andere Website verweisen als domain.ch. Es wurde bereits gemutmasst, dass dies ein erster Schritt sei, um das Internet komplett umzubauen.

Mit einem Update auf die Version 69.0.3497.92 wurde diese Neuerung in der Darstellung zurückgenommen – allerdings anscheinend nur vorübergehend. In Version 70 soll zumindest das www. schon wieder verschwinden. Bis dahin werden wieder die vollständigen Adressen in der Omnibox dargestellt. Mit dem Update vom Update wurde übrigens auch noch ein weiterer Fehler behoben, der in den letzten Tagen für Ärger gesorgt hatte: Unter bestimmten Bedingungen wurden einzelne Schriften unscharf dargestellt. Das sollte jetzt auch der Vergangenheit angehören. (DerBund.ch/Newsnet)

Erstellt: 14.09.2018, 16:41 Uhr

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