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Microsoft wirbt mit Trick für Vista

Windows Vista verkauft sich schlecht. Schuld ist der schlechte Ruf des Betriebssystems, nicht das Produkt - findet Microsoft. Und startet eine getarnte Imagekampagne.

«Ist das die angedrohte Anti-Kampagne?», fragen sich Mac- und Windows-Anwender in Internet-Foren. Microsoft-Chef Steve Ballmer hatte unlängst angekündigt, auf Apples Get-a-Mac»-Clips zu reagieren, in denen ein junger und cooler Typ einen Mac darstellt und ein schnöder PC-Guy ständig mit seinen Fehlern herumkämpft. Vor allem an Windows Vista wird in den Clips kaum ein gutes Haar gelassen.

Mit derlei Aktionen trage Apple massgeblich zum schlechten Vista-Image bei. Dabei sei Vista viel besser als angenommen, ist Microsoft überzeugt. Wenn die Leute erst Mal mit eigenen Augen sehen würden, wie toll und schnell das Betriebssystem sei, würden sie dem in die Jahre gekommenen XP rasch den Rücken kehren.

Ein geheimes Experiment

Um genau das zu erreichen, hat Microsoft das so genannte Mojave Experiment ins Leben gerufen. Darin werden scheinbar zufällig ausgewählten Vista-Kritikern und –Verweigerern der angebliche Vista-Nachfolger mit Projektnamen Mojave vorgeführt. Diese zeigen sich positiv überrascht vom «neuen» System und reagieren verdutzt auf die Enthüllung, dass es sich bei Mojave um Vista handelt.

Man solle sich mit den eigenen Augen ein Bild machen und selber ein Urteil fällen, wird am Ende jedes Clips gefordert. Was den Testkandidaten in den Clips vorgeführt wird, sieht der Zuschauer nicht. Er muss sich mit dem begnügen, was er hört.

Firmen bleiben bei XP

Ob sich die Benutzer mit derlei Aktionen bekehren lassen, ist mehr als fraglich. Tatsache ist, dass Vista extrem leistungshungrig ist und nur auf neueren Rechnern läuft. Zudem haben etliche grosse Unternehmen bekannt gegeben, dass sie bei XP bleiben und erst beim Vista-Nachfolger umsteigen. Kommt dazu: Computerhersteller wie Dell liefern ihre Rechner auf Druck der Käufer optional wieder mit vorinstalliertem XP aus, nachdem sie das System anfänglich ausgemustert hatten.

Dass Microsoft eineinhalb Jahre nach der Vista-Lancierung (damals mit der Wow-Kampagne beworben) sein Betriebssystem mit einem solchen Experiment an den Mann bringen muss, ist für den Software-Riesen mehr als peinlich. Aber offenbar ist er selber von seinen eigenen Produkten nicht überzeugt: Die Mojave Experiment-Website wurde mit Flash von Adobe erstellt. Microsoft versucht seit über einem Jahr, Webdesignern seine Animations- und Videotechnologie Silverlight schmackhaft zu machen.

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