Was Windows 10 bringt

Microsoft lanciert die letzte Version seines Betriebssystems. Ende gut, alles gut?

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Rafael Zeier@RafaelZeier

Bei der Hardware hat Microsoft mit den aktuellen Surface-Tablet-Laptops gezeigt, dass Tablets und klassische Maus- und Tastaturbedienung harmonieren können. Dass das auch auf Software­ebene klappen kann, beweist Microsoft mit Windows 10. Das neue Betriebs­system kann es tatsächlich allen recht machen. Wer Windows 7 oder Windows XP gewohnt ist, findet sich sofort zurecht. Aber auch auf Tablets muss sich das neue Windows nicht hinter Android und iOS verstecken.

Die wichtigste Neuerung, die das möglich macht, heisst Continuum. Sie sorgt dafür, dass der Computer von ­alleine merkt, welche Bedienmethode aktuell die beste ist. Entsprechend passt Windows automatisch die Benutzer­oberfläche an. Auf Tablets werden Apps bildschirmfüllend angezeigt, auf Desk­top-PCs wie gewohnt in einem Fenster. Besonders beeindruckend funktioniert Continuum auf Mischgeräten, die ­sowohl Laptop als auch Tablet sind. ­Sobald die Tastatur entfernt oder weggeklappt wird, wird Windows 10 fingerfreundlich. Wird die Tastatur wieder ­zurückgeklappt oder angeschlossen, kommt auch die klassische Fenster-Ansicht zurück. Wer diese Umstellung lieber manuell machen möchte, kann das auch per Knopfdruck erledigen.

Keine Konkurrenz für Siri

Die im Vorfeld gross angekündigte smarte Sprachassistentin Cortana ist beim Marktstart von Windows 10 in der Schweiz noch nicht erhältlich. Wer die neue Konkurrenz zu Apples Siri und Google Now dennoch ausprobieren möchte, kann in den Ländereinstellungen Deutschland auswählen, und schon läuft die Hilfsfunktion. Erste Versuche verliefen aber ernüchternd, sodass man als Schweizer Nutzer getrost warten kann, bis die Funktion weiter ausgereift und für den hiesigen Markt parat ist.

Eine andere Neuerung macht dagegen einen besseren Eindruck. Der neue Browser Edge beerbt auf Windows 10 den in die Jahre gekommenen und zum Schrecken aller Surfer verkommenen ­Internet Explorer. Der neue Browser kommt entschlackt und ohne Ballast ­daher. Mit Google Chrome kann Edge, so der Eindruck nach einem Monat mit Windows 10, mithalten. Einzig die Bing-Suche ist Google unterlegen. Man kann den Suchanbieter aber einfach wechseln. Von Windows 8 vermisst man den für Touchscreens optimierten Browser, bei dem die Bedienelemente unten statt wie üblich oben sind. Doch vielleicht reicht Microsoft diese Option nach.

Windows 10 soll nämlich die letzte Version des Betriebssystems sein und fortan kontinuierlich mit Updates verbessert werden. Was nun zum Start noch nicht klappt oder fehlt, kann in den nächsten Monaten nachgebessert werden. Aktuell fehlen Windows 10 etwa die praktischen Onlinedateien des Cloudspeichers One Drive. Diese Dateien waren nur online gespeichert und wurden erst bei Bedarf heruntergeladen. Im Herbst soll die Funktion in überarbeiteter Form zurückkommen.

Fazit: Das Update auf Windows 10 lohnt sich. Überstürzen muss man aber nichts. Der Umstieg ist noch ein ganzes Jahr lang kostenlos. Wer aktuell mit seinem Windows zufrieden ist, kann gut noch etwas zuwarten, bis die gröbsten Kinderkrankheiten ausgemerzt sind. Denn die wird auch das neuste Windows ­haben. Trotzdem ist Windows 10 ein ­solider Grundstein, wenn es, wie Microsoft verspricht, die letzte Version des ­Betriebssystems sein wird.

Tages-Anzeiger

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