Lenovo kommt HP immer näher

Ein überraschend kräftiger Gewinnzuwachs verleiht dem chinesischen Computerhersteller neuen Schwung im Rennen um die Weltmarktspitze.

Lenovo profitiert von starker Nachfrage in China: Künstlerperformance an Lenovo-Produktvorstellung in Berlin. (1. September 2011)

Lenovo profitiert von starker Nachfrage in China: Künstlerperformance an Lenovo-Produktvorstellung in Berlin. (1. September 2011)

(Bild: Reuters Thomas Peter)

Lenovo hat im vierten Quartal den Gewinn fast verdoppelt. Der chinesische Computerhersteller wies am Donnerstag einen Anstieg des Nettoergebnisses um 90 Prozent auf umgerechnet rund 125 Millionen Franken aus. Das war kräftigste Plus seit sieben Quartalen. Dabei profitierte Lenovo vor allem von der kräftigen Nachfrage nach PCs und Smartphones in seinem Heimatmarkt China.

Den Gewinn im gesamten Geschäftsjahr 2012/13 steigerte das Unternehmen um ein Drittel auf rund 622 Millionen Franken. Damit kommt Lenovo seinem Ziel immer näher, den schwächelnden US-Rivalen Hewlett-Packard (HP) als Branchenprimus abzulösen.

Fortschritte bei der Sanierung

HP hatte für das abgelaufene Quartal wegen der Flaute im klassischen Computergeschäft am Mittwochabend einen Gewinneinbruch von 32 Prozent ausgewiesen. Dank Fortschritten bei der Sanierung und erster Erfolge des Sparkurses hob der Konzern aber seine Prognose für das Gesamtjahr an.

Der US-Computerkonzern Hewlett-Packard (HP) macht bei der Sanierung weitere Fortschritte. Zwar brach der Gewinn im zweiten Quartal wegen der Flaute im Geschäft mit klassischen Computern erneut ein. Wegen des von HP-Chef Meg Whitman verpassten Sparkurses stiegen jedoch die Gewinnmargen.

Die Zahlen seien weitere gute Eckpunkte auf dem Weg zur Trendwende, sagte Finanzchefin Cathie Lesjak in einem Interview. «Wir sind ungefähr da, wo wir sein wollen.»

Im zweiten Quartal brach der Gewinn um 32 Prozent auf 1,08 Milliarden Dollar ein. Der Umsatz belief sich auf 27 Milliarden Franken. Das Geschäft mit klassischen PCs verzeichnete den stärksten Einbruch. Hier gingen die Erlöse um 20 Prozent auf 7,4 Milliarden Dollar zurück. Gleichzeitig stieg die operative Gewinnmarge jedoch auf 3,2 Prozent von 2,7 Prozent im ersten Quartal. Die Geschäfte mit Druckern und Dienstleistungen lägen etwas über Plan, sagte Lesjak. Vor allem diese beiden Sparten hätten zur Verbesserung der Margen beigetragen.

Herkömmliche Computer weniger gefragt

HP hat wie der kleinere Rivale Dell schwer mit der schwachen Nachfrage nach herkömmlichen Computern zu kämpfen. Die Krise im PC-Geschäft brachte Dell zuletzt weiter in Bedrängnis und neuen Zündstoff in die Übernahmeschlacht um Dell.

Die Konsumenten greifen verstärkt zu Tablets und Smartphones, die überwiegend von Apple und Samsung stammen. HP-Chefin Meg Whitmann verpasste dem Konzern deshalb einen Sparkurs. Weltweit baut HP in den kommenden zwei Jahren 29'000 Stellen ab.

Das gesparte Geld will der Konzern in Forschung und Entwicklung stecken, um den Rückstand bei den Kernprodukten Drucker und PCs aufzuholen. Bislang hat Hewlett-Packard 18'800 Stellen abgebaut, wie Lesjak sagte. Bis zum Jahresende sollen es 26'000 sein.

rek/sda

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