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«Tao te king» in Mundart«Dieses Buch zieht auch Spinner an»

Braucht es eine berndeutsche Ausgabe des chinesischen Weisheitsbuchs von Laotse? Das fragte sich auch Ueli Balsiger alias Balts Nill. Aber dann hatte der Berner Musiker und Autor plötzlich einen Ton im Ohr und folgte ihm.

Auf der Bühne ist Ueli Balsiger alias Balts Nill nicht die Rampensau, sondern eher der Taktgeber im Hintergrund, der das Ganze im Blick hat.
Auf der Bühne ist Ueli Balsiger alias Balts Nill nicht die Rampensau, sondern eher der Taktgeber im Hintergrund, der das Ganze im Blick hat.
Foto: Franziska Rothenbühler

«Seisch DO / verschwindets / gisch ihm e name / kennsche scho nümm.» So fängt Ihre Mundart-Übersetzung des chinesischen Weisheitsbuches «Tao te king» an. Eigentlich kapituliert die Sprache hier schon vor dem Unsagbaren. Nicht gerade ermutigend für den Übersetzer, oder?

Natürlich ist das paradox, wie so vieles in diesem Werk. Zuerst wird die Möglichkeit der Sprache verworfen, aber dann geht es gleichwohl weiter. Gerade weil diese Philosophie versucht, Zivilisation radikal zu unterlaufen, leistet sie einen Beitrag zur Entwicklung der Zivilisation.

Nun liegt Ihr kleines Büchlein mit dem Titel «vo wäge do» vor. War der Weg weit zu diesem Buch?

Ja, der Weg war schon ziemlich weit. Ich war lange mit dieser Übertragung beschäftigt, aber eine zeitlang war es eigentlich gar kein Buchprojekt. Und der Anstoss kam von aussen: Der Verleger Bernhard Engler meldete sich vor über zehn Jahren bei mir und fragte, ob ich Interesse hätte an einer berndeutschen Übertragung von «Tao te king». Ich bin mit dem Buch seit 40 Jahren vertraut, seit meiner Studienzeit. Ich übersetzte also einige Verse, die ihm offenbar gefielen. Ich fand allerdings zu diesem Zeitpunkt, dass im Konzert all dieser vielen Übertragungen eine Mundartübersetzung nicht auch noch nötig sei.

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