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Feministisches MärchenDieses Bilderbuch rüttelt an Mädchenklischees

Die Berner Illustratorin Eva Rust findet heutige Kindergeschichten oft zu «bünzlig». In ihrem eigenen Buch lässt sie eine wilde Hexe auf eine brave Prinzessin treffen.

«Viele Mädchen sind Annikas. Und das ist auch okay so»: Die Illustratorin Eva Rust in ihrem Atelier im Progr.
«Viele Mädchen sind Annikas. Und das ist auch okay so»: Die Illustratorin Eva Rust in ihrem Atelier im Progr.
Foto: Franziska Rothenbühler

Es gibt einen Spruch, der Eva Rust bis heute verfolgt. Er stand auf einer Karte in ihrer früheren WG. «Sei Pippi, nicht Annika», hiess es dort. Sei laut und wild wie Pippi Langstrumpf und nicht so brav wie Annika, die in den Büchern von Astrid Lindgren neben der unmenschlich starken Heldin blass und unauffällig bleibt. «Ich fand diese Karte immer so blöd», sagt Eva Rust. «Denn viele Mädchen sind einfach Annikas. Und das ist auch okay so.»

Die Auffassung, dass man zwei weibliche Hauptfiguren nicht gegeneinander ausspielen sollte, floss in Eva Rusts Kinderbuch «Hilda und die Prinzessin» mit ein, das soeben auf Deutsch erschienen ist. Die Idee dazu hatte die Illustratorin ursprünglich, weil ihr bestehende Kinderbücher oft zu moralisch vorkamen. Und doch soll ihr eigenes Bilderbuch, bei dem sie zum ersten Mal auch die Geschichte dazu geschrieben hat, ebenso gewisse Werte vermitteln. Zum Beispiel die Ansicht, dass es eben unterschiedliche Arten gebe, ein starkes Mädchen zu sein, und nicht nur die Rolle der «krassen Rotznase». «Und trotzdem ist es möglich, untereinander befreundet zu sein.»

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