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So trainiert der SC BernDiese Rechnung kann nicht aufgehen

Neun Spieler des SC Bern standen am Montag auf dem Eis. Die Equipe erwartet bis Ende März ein Programm, das kaum zu bewältigen sein wird.

SCB-Coach Mario Kogler betreut zurzeit eine dezimierte Auswahl (Archivbild).
SCB-Coach Mario Kogler betreut zurzeit eine dezimierte Auswahl (Archivbild).
Foto: Anthony Anex (Keystone)

Eine Handvoll ist übrig geblieben. Eine Handvoll Berner Spieler, die in den letzten Wochen nicht mit dem Coronavirus infiziert wurden. Wobei sich dies in Bälde ändern kann, da das Quintett der verschont Gebliebenen am Montag erneut getestet wird. Und überhaupt: «Verschont geblieben» trifft bei Ramon Untersander, Yanik Burren, Miro Zryd, Alain Berger und Jan Neuenschwander nur bedingt zu. Auch sie befinden sich zum dritten Mal innert knapp sieben Wochen in Quarantäne – wenn auch nicht in Isolation.

Trainieren dürfen zurzeit andere, nämlich jene, die sich in den ersten zwei Zyklen angesteckt hatten. So stehen am Montagvormittag immerhin zwölf Spieler auf dem Eis: Vincent Praplan, Eric Blum, Thomas Thiry, Tristan Scherwey, André Heim, Simon Sterchi sowie das Gerber-Trio Beat, Colin und Jeremi – dazu drei Junioren und Coach Mario Kogler. «Besser, als zu Hause in Quarantäne zu sein», sagt Beat Gerber, «aber die Situation ist schon sehr mühsam.»

Bis Mitte November waren die Berner von Corona verschont geblieben – als einziges Team in der National League. Mittlerweile weist keine NL-Equipe einen höheren Durchseuchungsgrad auf. Zumindest, was die identifizierten Erkrankten betrifft. Spielrhythmus? Automatismen? Konstanz? Fehlanzeige. Seit Mitte November hat Bern nur sieben Meisterschaftsspiele bestritten.

34 Spiele innert zweier Monate

Die dritte Quarantäne dauert bis zum 17. Januar. Danach müssen sich die positiv Getesteten, sofern genesen, an das Return-to-Play-Protokoll halten und mindestens fünf weitere Tage pausieren.

Das Trainingsprogramm setzt sich diese Woche zusammen aus spielerischen Einheiten, Technik und Kraftraum. «Im Zentrum steht, fit zu bleiben. Jeder ist sich bewusst, dass die Verletzungsanfälligkeit zum Thema werden könnte», sagt Gerber. «Uns erwartet ein Mammutprogramm.»

Konkret: Die 52. und letzte Runde der Regular Season ist auf 22. März angesetzt. Der SCB müsste somit innert zweier Monate 33 Meisterschaftsspiele bestreiten. Dazu kommt der Cup-Halbfinal gegen Genf. Dieses Pensum wird nicht zumutbar sein. Zumal die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass bereits angesetzte SCB-Partien wegen Corona-Fällen beim Gegner neuerlich verschoben werden.

Es braucht für die folgende Prognose also weder Mut noch ausgewiesene Rechenkünste: Am 22. März wird die Qualifikation nicht vorbei sein.

1 Kommentar
    Hans-Peter Lanz

    Nicht nur die Rechnung vom SCB geht nicht auf. Die ganze Saison aller Clubs in NLA und NLB ist doch schon längst im Eimer. Wäre doch besser, man würde hier den Dampf ablassen und diese Saison zur « Trainingsspielsaison » erklären. So hätten die Clubbosse auch Zeit, noch einmal in aller Ruhe über die birnenweiche Idee der Ausländeraufstockung zu diskutieren.

    Und sollte man hier einmal auf die Fans hören, und dieses unnötige Vorhaben ad-acta legen, so wäre dem Coronavirus doch noch etwas Positives abzugewinnen.