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Film über Tätersuche im NetzDiese kranke Lust an der digitalen Menschenjagd

Schon vor dem Sturm aufs Capitol fahndeten Aktivisten im Netz nach Verdächtigen. Das Video «Forensickness» kritisiert nun diese digitalen Ermittlungen. Zu sehen ist es am Online-Festival von Solothurn.

Netz-Aktivisten, aber auch Medien wie die «New York Times» ermitteln nach dem Sturm aufs Capitol nach Verdächtigen. Hier hat ein Journalist drei Männer gekennzeichnet, die von der Polizei in Washington gesucht werden.
Netz-Aktivisten, aber auch Medien wie die «New York Times» ermitteln nach dem Sturm aufs Capitol nach Verdächtigen. Hier hat ein Journalist drei Männer gekennzeichnet, die von der Polizei in Washington gesucht werden.
Foto: twitter.com/evanchill

Zumindest für Hobby-Ermittler und Datenjournalisten waren die Capitol Riots vom 6. Januar ein erfreuliches Ereignis. Diese Fülle an Material! Auf Twitter werden die Eindringlinge mittels Indizien gejagt, die «Visual Investigation»-Abteilung der «Washington Post» zeichnet akribisch nach, welche Wege die Angreifer im Capitol nahmen. Inklusive animierter Karten, die ein wenig ans Videospiel «Pac-Man» erinnern.

Charlie Brooker, Autor der dystopischen Anthologie «Black Mirror», hat einmal gewitzelt, eine digitale Tätersuche bestehe hauptsächlich darin, «mit Microsoft Paint ein paar Kreise um dunkelhäutige Menschen zu ziehen». Was den Capitol-Mob angeht, sind die meisten Verdächtigen zwar Weisse. Aber das Prinzip hat sich nicht gross geändert seit dem Bombenanschlag auf den Bostoner Marathon von 2013.

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