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Der Entstehungskontext des Wandbilds«Die Zensur zeigt auf das, was sie verbergen will»

Im Schulhaus Wylergut übermalen Unbekannte ein «rassistisches» Wandbild von Eugen Jordi und Emil Zbinden. Was hätten die Künstler 1949 anders machen können? Zwei Mitglieder des Fördervereins Emil Zbinden nehmen Stellung.

«Wir plädieren für den Erhalt vor Ort»: Das teilweise übermalte Wandbild im Schulhaus Wylergut.
«Wir plädieren für den Erhalt vor Ort»: Das teilweise übermalte Wandbild im Schulhaus Wylergut.
Foto: Adrian Moser

Im Schulhaus Wylergut wurden Teile eines Wandbilds von Eugen Jordi und Emil Zbinden mit schwarzer Farbe übermalt, weil sie, laut Bekennerschreiben, «stereotypisiert, rassistisch und fremdbezeichnend» seien. In seiner Pressemitteilung teilt der Förderverein Emil Zbinden grundsätzlich diese Einschätzung, bedauert aber gleichzeitig «den zensurhaften Eingriff sehr». Sind Sie damit einverstanden, dass die Stadt juristisch nicht gegen die Täter vorgehen will?

Jürg Spichiger: Wir sind mit der Tat nicht einverstanden. Trotzdem finden wir, dass Repression nicht zu der Auseinandersetzung mit Zbindens Werk passen würde, wie wir sie uns vorstellen. Juristisch haben wir ohnehin keine Mittel in der Hand. Das Wandbild gehört der Stadt.
Etienne Wismer: Der Vorstand hat intensiv über die Haltung zu dem Vorfall diskutiert, es gab verschiedene Positionen. Unser Vereinszweck sieht die Bekanntmachung und den Erhalt von Emil Zbindens Werk vor. Erhalt ist ein sehr offener Begriff. Den von der Stadt initiierten, laufenden Wettbewerb für eine zeitgemässe Verhandlung des Wandbildes halten wir für den richtigen Weg. Wir plädieren aber für den Erhalt vor Ort.

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