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Corona und der BreitensportDie Tennisspieler dürfen hoffen

Österreich und Tschechien gehen voran, öffnen ihre Plätze wieder. Die Zeichen stehen gut, dass die Schweiz schon bald nachziehen kann.

Ein trauriges Bild: Die 3000 Freiluft-Tennisplätze der Schweiz liegen noch verlassen da, bei schönstem Frühlingswetter.
Ein trauriges Bild: Die 3000 Freiluft-Tennisplätze der Schweiz liegen noch verlassen da, bei schönstem Frühlingswetter.
Foto: Keystone

Es ist ein Bild des Jammers. Einsam und verlassen liegen die über 3000 Freiluft-Tennisplätze des Landes dieser Tage unter der fast unablässig strahlenden Frühlingssonne. Clubhäuser und Terrassen sind leer, vielerorts wurden die Netze abmontiert. Um ja niemanden auf die Idee kommen zu lassen, doch noch ein paar Bälle zu schlagen.

Nur Einzel, keine Clubaktivitäten

Swiss Tennis setzte sich zusammen mit Swiss Olympic bei den Behörden dafür ein, dass im Rahmen der zu erwartenden Lockerungsmassnahmen von Ende April auch die angepasste Wiederaufnahme des Tennisspielens geprüft wird – «unter Einhaltung restriktiver Vorschriften», wie es heisst. Entsprechende Richtlinien seien bereits erarbeitet worden. Dazu gehört, dass man wohl vorerst nur Einzel spielen könnte, dass einzig die Toiletten geöffnet würden, Clubhäuser und Restaurants aber noch geschlossen blieben und die Anwesenheit im Club zeitlich begrenzt wird.

Immerhin ist ein Tennisplatz 23,77 m lang, gespielt wird vornehmlich von der Grundlinie – Social Distancing leicht gemacht. Und die Gefahren liessen sich weiter minimieren. Um eine Virenübertragung über die Bälle zu verhindern, gäbe es etwa die Möglichkeit, dass ein Spieler nur mit weissen Bällen aufschlägt und diese in die Hand nimmt, der andere nur gelbe. Rechen und Schläuche müssten vor oder nach Gebrauch desinfiziert werden, das Shakehands müsste durch den Ellbogengruss ersetzt werden.

Wie gefährlich sind die Bälle?

Gegenüber der Agentur DPA erklärte derweil die deutsche Virologin Melanie Brinkmann sogar, die Vorstellung sei absurd, das Virus könne durch einen Tennisball übertragen werden. «Ich sehe beim normalen Umgang mit einem Tennisball kein Problem», sagte die Expertin vom Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig, «zumindest unter der Voraussetzung, dass die Spieler nicht kräftig auf den Ball spucken und diesen dem Gegner in den Mund werfen.»

Swiss Tennis hatte von Anfang an viel Verständnis für die Einschränkungen gezeigt. In einem nicht mehr ganz neuen Merkblatt des Verbands steht: «Es sollte jeder unnötige Kontakt vermieden werden, und alle Personen sollten ihren Radius einschränken. In einem Tennisclub treffen sich Leute, die sich zu Hause oder im Wald nicht treffen würden. Es geht darum, die Pandemie einzudämmen und Menschen zu schützen!»

Inzwischen hat sich die Lage etwas entspannt, und Tennisspieler dürfen hoffen, sich auch in der Schweiz schon bald wieder auf ihren geliebten Sandplätzen rote Socken holen zu können. Schon am Donnerstag dürfen sie auf eine frohe Botschaft hoffen, wenn der Bundesrat seine jüngsten Beschlüsse publiziert.