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Informatikproblem in der Stadt BernDie Schulinformatik benötigt weiteres Geld

Für die stark in die Kritik geratene Schulinformatik-Plattform der Stadt Bern soll das Parlament einen Nachkredit von 2,68 Millionen Franken sprechen.

Der Neustart des Stadtberner Schulinformatik-Projekts «Base4kids2» geht ins Geld. Der Stadtrat befindet im Juni über einen Nachkredit von 2,68 Mio. Franken. (Themenbild)
Der Neustart des Stadtberner Schulinformatik-Projekts «Base4kids2» geht ins Geld. Der Stadtrat befindet im Juni über einen Nachkredit von 2,68 Mio. Franken. (Themenbild)
Keystone/DPA (Uli Deck)

Um die Informatikplattform «base4kids2» an den Stadtberner Schulen praxistauglicher zu machen, braucht es einen Nachkredit von 2,68 Millionen Franken. Das Stadtparlament wird voraussichtlich Anfang Juni darüber befinden.

Das Ziel der Stadt ist, dass ein Grossteil der Massnahmen auf Anfang Schuljahr 2021/2022 umgesetzt werden kann, wie der Gemeinderat in einer Mitteilung vom Donnerstag schreibt.

Die Schulinformatikplattform, für welche die Stimmbevölkerung 2018 einen Gesamtkredit von 24,5 Millionen Franken gutgeheissen hatte, war nicht benutzergerecht und wies grosse Funktionsmängel auf. Nun wird sie entsprechend überarbeitet.

So wird unter anderem die bisherige Opensource-Software durch gängige MS Office-Produkte abgelöst, wie der Gemeinderat in seiner Mitteilung schreibt. Qualitativ mangelhafte Peripherie-Geräte wie Tastaturen oder Stifte werden ersetzt. Ausserdem kauft und mietet die Stadt weitere i-Pads für die Schulen.

Kosten an eigene Notebooks

Heftig kritisiert wurde die Informatik-Plattform von Seiten der Schulen, weil zu wenig Praxiserfahrung eingeflossen sei. Das daraufhin ins Leben gerufene «Team Praxis» wird nun durch einen Fachausschuss abgelöst.

Für die Lehrpersonen gilt künftig, dass sie ergänzend zu den Tablets von «base4kids2» ihre eigenen Notebooks benutzen. Für deren Anschaffung haben sie alle zwei Jahre Anspruch auf einen Beitrag von 400 Franken. Als Zeichen des Goodwills verspricht die Stadt den Lehrpersonen rückwirkend 200 Franken an bereits privat angeschaffte, beruflich genutzte Notebooks.

Projekt unterschätzt

Im Herbst 2019 erhielten die Kinder und Lehrkräfte in der Stadt Bern neue iPads und Zugang zur zentralen Open-Source-Plattform «base4kids2».

Doch bald häuften sich die Klagen aus den Schulzimmern: Drucken sei fast unmöglich, Geräte stellten von alleine ab, Dokumente seien kaum zu bearbeiten. Genervte Lehrkräfte kritisierten, so sei kein vernünftiger Unterricht möglich.

«Ich habe, wie auch andere Involvierte, das Projekt unterschätzt», räumte Bildungsdirektorin Teuscher ein. Ein Gutachten kam zum Schluss, dass die Situation zwar verfahren, aber nicht unlösbar sei.

Der Gemeinderat entschied sich aufgrund dieser Erkenntnisse für eine personelle und organisatorische Neustrukturierung. Die Aufsichtskommission des Berner Stadtrats hat Mitte März beschlossen, das Schulinformatikprojekt «base4kids2» zu untersuchen.

SDA

3 Kommentare
    Golda Mabovitch

    OpenSource funktioniert prima, aber man kann nicht denken dass man das dann mit teuren Apple Produkten und mit Microsoft Software mischen kann. Microsoft geht in der Praxis nur mit Microsoft und Apple nur mit Apple. Sehe auch nicht wie man mit einem I-Pad irgendwas anständiges anstellen will. Dazu braucht es einen richtigen PC mit Tastatur und Maus, sonst geht das 50x langsamer.

    Ich brauche seit Jahren Ubuntu Linux mit Libreoffice und hatte in all dieser Zeit kein einziges Problem, weder Hardware noch Software. Apple gibt nach 2 Jahren den Geist auf, oder es gibt keine Software Updates mehr und man ist dann gezwungen ein neues Gerät zu kaufen. Nein danke.