Die Region Tokio steht unter Wasser
Heftiger Regen hat im Osten Japans Flüsse über die Ufer treten lassen und für Erdrutsche und Überflutungen gesorgt. 31'000 Menschen suchten Schutz in öffentlichen Gebäuden.
Tagelanger Regen hat in Japan so heftige Überschwemmungen ausgelöst, dass Menschen zum Teil von meterhohen Fluten in ihren Häusern eingeschlossen waren. Besonders schlimm traf es am Donnerstag den Ort Joso, 50 Kilometer nördlich von Tokio. Dort brach eine Flutbarriere am Kinugawa-Fluss und schickte eine tsunami-artige Welle in die Stadt.
Der Sender NHK zeigte Luftaufnahmen von Rettern, die sich von Hubschraubern abseilten und festsitzende Bewohner von Balkonen einsammelten. In einer dramatischen Hilfsaktion flogen Militärhubschrauber rund 70 Anwohner, die sich vor den Wassermassen auf Dächer und Balkone gerettet hatten, aus. Autos wurden weggespült, die Fundamente von Häusern ausgeschwemmt.
Menschen winkten verzweifelt mit Tüchern von ihren Veranden. Die Rettungskräfte kämen angesichts der vielen Notrufe aber nicht hinterher, sagte ein Sprecher der Stadt. Rund 100 Menschen warteten im zweiten Stock eines gefluteten Supermarktes auf Hilfe, weitere 80 in einem Pflegeheim. Angaben über Tote oder Verletzte gab es zunächst nicht.
Mehr als 31 000 Menschen in dem 37 Quadratkilometer grossen Hochwassergebiet suchten Schutz in Schulen und anderen öffentlichen Einrichtungen. Dutzende fanden Unterschlupf im Rathaus von Joso, wo sie sich auf Konferenzräume verteilten. Eine Wartehalle im ersten Stock wurde für die Nacht hergerichtet.
Schäden an Präfekturen
Auch in Tokio regnete es heftig, doch trafen die Güsse in erster Linie die Präfekturen Ibaraki und Tochigi nördlich der japanischen Hauptstadt. In einer Region des Katastrophengebiets wurde eine Frau vermisst, nachdem ein Erdrutsch Häuser am Fusse eines steilen Abhangs verschüttet hatte. Fahrten von Hochgeschwindigkeitszügen mussten teilweise eingestellt werden.
Grosser Sachschaden: Das Unwetter ist eine Folge des Taifuns «Etau». (Video: Reuters)
Der Regen ist eine Folge des Taifuns «Etau», der ähnliche Fluten und Erdrutsche am Mittwoch bereits in Zentraljapan ausgelöst hatte. Der Katastrophenschutz registrierte zunächst 15 Verletzte. Zwei ältere Frauen trugen schwere Verletzungen davon, als sie vom Sturm umgeworfen wurden.
SDA/fal
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